Android-App Tipps

HTC Wildfire unter Android mit dem App Bibel
„Bibel“ in Aktion

Auf den ersten Blick ist Android ein Vorzeigeprodukt. Es basiert auf Linux und steht unter einer freien Lizenz. Dass dann doch nicht alles so rosig aussieht, lässt sich erst auf den zweiten Blick erkennen. An einige Funktionen kommt man gar nicht ohne weiteres heran (z.B. ein Terminal), andere Systembestandteile sind nicht OpenSource und das Aufspielen von einer gepatchten Androidversion (z.B. CyanogenMod) bereitet je nach Hersteller und Modell schier unlösbare Probleme. Auch wenn diese Gründe hier eher für die Pro-User Probleme darstellen, so ist der letzte angesprochene Punkt auch für Normalanwender wichtig. Auf neue Androidversionen – und seien es nur Sicherheitspatches – wartet man in der Regel ewig, oder bekommt sie gar nicht. Das liegt daran, dass die Gerätehersteller erst die neue Androidversion anpassen müssen und dann eventuell noch die Netzbetreiber diese Version wiederum anpassen wollen (etwa Tethering deaktivieren, o.ä.). Kein Wunder also, dass die meisten Androiden immer noch mit der veralteten (und unsicheren) Version 2.2 betrieben werden.

Interessanterweise gibt es trotz Googles strenger Market-Politik (immer noch lasch gegen die von Apples Appstore) eine Menge OpenSource Software, die man auf sein Smartphone spielen kann. Unter f-droid.org findet man ein eigenes Repository für Freie Software, und auch die Googlesuche fördert erstaunlich bekannte Apps zutage. So ist etwa die einzige App-Kombination für GPG-Verschlüsselte Mails dabei (K-9 und APG), der beliebte BarcodeScanner, der Identi.ca- und Twitter-Client Mustard und vieles mehr. Ganz neu dazu gekommen ist auch c:geo, die beliebteste Geocaching-App in der Android-Welt.

Für den kirchlichen Bereich gibt es leider recht wenig Auswahl. Im Bereich der Bibelapps tut sich zwar einiges, doch verhindert die Urheberrechtssituation, dass die modernen Übersetzungen flächendeckend benutzt werden können.

Ein App, das ich fast ohne Einschränkungen empfehlen kann, ist die kostenlose CadreBible. Es gibt sie nur auf Englisch, aber dafür bietet sie an Bibelausgaben alles was das Herz begehrt (natürlich mit Ausnahme der neuesten Übersetzungen). So kann man sich die beiden gemeinfrei gewordenen Texte der Lutherbibel 1912 und der Elberfelder 1905 herunterladen. Das Killerfeature ist aber die Möglichkeit sich die Urtexte (Tanach und NA26) der Bibel anzeigen zu lassen. Gerade für Pfarrerinnen und Pfarrer kann diese Funktion interessant sein. Das einzige Manko (mal abgesehen von der fehlenden deutschen Lokalisierung, die nicht weiter auffällt), ist die Tatsache, dass CadreBible nach jedem Standby des Handys den angezeigten Text neu laden muss. Wem die gemeinfreien Übersetzungen nicht reichen, kann im Market weitere kostenpflichtige Addons herunterladen. Leider findet sich hier kein Addon für den Luther84- oder den Einheitsübersetzungstext. Es wäre schön, wenn die Bibelgesellschaften entweder freigiebiger würden, oder sich nicht nur um die Apple-Welt kümmerten…

Das einzige App, das eine moderne Übersetzung bietet ist „Bibel„. Es bietet als modernen Text die „Hoffnung für alle“ (Danke, lieber Brunnen Verlag!). Weitere deutsche Texte sind: Elberfelder 1905 (+1871), Albrecht NT+Ps, Luther 1912 und Schlachter 1951. Immerhin bringt es den Urtext des Neuen Testaments in der Version des SBLGNT mit. Den Urtext des Alten Testaments sucht man leider vergeblich. Insgesamt macht dieses App einen moderneren und frischeren Eindruck als CadreBible, dafür lädt es sich ständig selbst in den Speicher, auch wenn man es nicht benutzt. Ein weiteres Manko ist, dass einige Texte direkt vom Server geladen werden (vielleicht ist auch nur deshalb die Einbindung der Hoffnung für alle möglich), sodass man ohne Netzanbindung bestimmte Bibelübersetzungen nicht lesen kann.

Es gibt noch eine Menge anderer Bibel-Apps; alle getesteten waren jedoch schlechter, als die beiden vorgestellten. Ich freue mich aber über neue Entdeckungen von euch! Als kleiner Hinweis am Rande: Die Offene Bibel kann mittlerweile Kapitel als ePub exportieren, das mittels eines Apps wie FBReader auch auf dem Handy gelesen werden kann.

Beitragsbild/Bildquelle: Dsimic at English Wikipedia [GFDL or CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Wolfgang Loest

Vikar in der lippischen Kirchengemeinde Wöbbel, LUKi-Mitglied seit Oktober 2009, Projektleiter der Offenen Bibel, SocialMedia-Addict, seit 2001 in der Unix/Linux-Welt unterwegs, bloggt unter http://erloest.wordpress.com

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4 Kommentare zu “Android-App Tipps

  1. Hey, hast du auch Olivetree getestet?
    Meiner Erfahrung nach eine gute App (hab sie für Blackberry, werde sie mir auch für Android holen), die mit vielen Übersetzungen aufwartet.
    Vor allem: Offline lesbar.

  2. Hallo,

    also da gibt es Olive Tree. Eine sehr gute App für Android. Und dann gibt es da noch -VirtueBible- ebenfals sehr gut. Benutze sie beide. Tja, mit den Übersetzungen ist wirklich ein Makel. Gibt nur 3 Versionen als free.
    Ansonsten bin ich froh das es überaupt Bibel Apps gibt.

    Michael

  3. Für Android gibts noch die App „And Bible“. Als Offline-Version gibt es die moderne Übersetzung NeÜ (Neue evangelistische Übersetzung). Das ist bis jetzt die enzige moderne Offline-Übersetzung die ich gefunden hab.

    Sebastian

  4. Vyrso ist auch nicht schlecht. Das ist ein christlicher E-Book-Reader. Dafür kann man so ziemlich jede Bibelübersetzung als E-Book käuflich erwerben.

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