Katholische Schulen ketten sich an Microsoft

Gestern tickerte Heise-Online [1], dass Microsoft einen Deal mit dem OIEC, dem „Catholic International Education Office“ mit Sitz in Brüssel, abgeschlossen hat, demzufolge 4,5 Millionen Schüler an katholischen Schulen zunächst für drei Jahre Software wie Word, Excel und PowerPoint nutzen sollen.

Die Katholische Kirche geht mit ihren Bildungseinrichtungen nun den "Microsoft Way". - Foto: flickr.com/ToddABishop (CC BY 2.0)
Die Katholische Kirche geht mit ihren Bildungseinrichtungen nun den „Microsoft Way“. – Foto: flickr.com/ToddABishop Lizenz: (CC BY 2.0)

Microsoft strebt an, darüber hinaus alle 43 Millionen Schüler zu versorgen, die die 210.000 Bildungsstätten in 102 Ländern des Internationalen Büros des katholischen Erziehungswesens besuchen, so Microsofts ausführliche Pressemeldung [2] dazu.

Das OIEC ist eine katholische NGO, vertreten z.B. bei der UNO und beim Europaparlament, die sich dem Ziel „Bildung für alle“ verschrieben hat und der über regionale Vertreter alle katholischen Schulen und Universitäten in allen Kontinenten angeschlossen sind. In Deutschland ist die Abteilung „Glaube und Bildung“ der Deutschen Bischofskonferenz [3] Bindeglied zur OIEC.

Der Deal wird als „Soziales Netzwerk für katholische Bildung“ verkauft, in dem auch Onlinedienste und Internetservices nach MS-Standards genutzt werden sollen, also etwa Videokonferenzen, Online-Learning oder Instantmessaging.
Kurz gesagt: es geht also schlicht um die umfassende Konditionierung von Schülern katholischer Schulen auf MS-Produkte unter Außerachtlassung sämtlicher freien Alternativen, die genügend vorhanden wären.

Ein bisschen Recherche lässt schnell die Erkenntnis wachsen, dass auch die Deutsche Bischofskonferenz mit mehr als 870 katholischen Schulen/Universitäten „konstituierendes Mitglied“ der OIEC [4] ist. Theoretisch sind darum in Deutschland laut OIEC-Webseite ca. 367000 Schüler und Studenten von der „Allianz“ mit Microsoft betroffen.

Aktuell bereitet LUKi darum einen Brief an die Verantwortlichen der OIEC und der Deutschen Bischofskonferenz vor, in dem u.a. angesprochen werden soll, warum die OIEC bei Ihre Entscheidung Lösungen basierend auf Freier Software und freien Standards so konsequent ignoriert.

Links:

[1] http://www.heise.de/newsticker/meldung/Katholische-Schulen-bekommen-Microsofts-Office-365-1584513.html

[2] http://www.microsoft.com/en-us/news/Press/2012/May12/05-24CIEPR.aspx

[3] http://www.dbk.de/ueber-uns/sekretariat/glaube-bildung/organisation-glaube-bilfung/

[4] http://www.infoiec.org/menu/miembros/constituyentes/index.jsp

Ulrich Berens

Mein Name ist Ulrich Berens, ich bin einer der Gründer von LUKi und derzeit Vorsitzender von unserem Verein LUKi e.V.. Nicht nur privat, sondern auch dienstlich benutze ich seit 1998 Linux und beweise damit, dass sich Linux in einem kirchlichen Büro problemlos einsetzen lässt. Auf identi.ca und Twitter bin ich privat als @infoleck unterwegs, auf unserem LUKi-eigenen sozialen Netzwerk churchy und auf Diaspora bin ich auch vertreten. Mein privater Blog findet sich unter: www.berens.net und mein Fotoblog unter: www.ulrich-berens.de. Berufliches findet sich unter familienseelsorge.de und neue-gespraeche.de.

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