Der will nur schreiben: FocusWriter

Klickibunti“ ist ja oft nett und einfach, aber mal ehrlich: manchmal hab ich die Nase voll von all den bunten Icons, Dialogen, Optionen und Spielereien. Besonders beim Schreiben von längeren Texten wünsche ich mir manchmal eine neue Einfachheit zurück und möchte mich möglichst nur noch auf den Text und das Schreiben konzentrieren.FocusWriter Logo

FocusWriter ist eine Schreibumgebung mit dem Fokus auf „Einfachheit ohne Ablenkung“. Standardmäßig startet FocusWriter immer im Vollbildmodus, man kann sofort loslegen zu schreiben. Und das heißt: Schreibfläche und blinkender Cursor – sonst nichts. Damit geht FocusWriter den umgekehrten Weg wie andere Textverarbeitungen: diese muss man meist erst mehr oder weniger umständlich in den puristischen Vollbildmodus umschalten.

FocusWriter nutzt eine diskrete, sich „selbst versteckende“ Benutzer-Schnittstelle: Schaltflächen, Icons, Dialoge zeigen sich nur, wenn man mit der Maus an den oberen Bildschirmrand kommt: dann zeigt sich eine (konfigurierbare) einfache Menuleiste, wie von anderen Programmen gewohnt.

Schön einfach schreiben

Bildschirmfoto vom FocusWriterEinfachheit heißt bei FocusWriter nicht ein Mangel an Konfigurierbarkeit. Die Arbeitsumgebung kann man sich nach Gusto einrichten, z.B. das Textfenster über ein schönes Hintergrundbild laufen lassen, Transparenz schalten oder die Standard-Hintergrund- oder Schriftfarbe verändern. Diese persönlichen Einstellungen lassen sich in exportierbare Themes zusammenfassen und so kann man beim Schreiben etwa das Theme auswählen, das zur eigenen Stimmung, zur Jahreszeit oder zum Text passt.

Neben diesen kleinen Gimmiks zur optischen Anpassung gibt es auch Einstellungsmöglichkeiten, die besonders Vielschreibern und Textern entgegen kommen können. Es lassen sich z.B. Tagesziele für das eigene Schreiben definieren, z.B. wenn man sich vornimmt, pro Tag 1500 Worte an seinem Text oder etwa täglich mindestens 45 Minuten zu schreiben. Ein einstellbarer Wecker erinnert dann daran, dass man sein Tagespensum erreicht hat. Und für Nostalgiker lässt sich sogar ein Schreibmaschinengeräusch beim Tippen einstellen.

Mehrere Texte gleichzeitig stellt FocusWriter in Tabs dar, zwischen denen man über den unteren Bildschirmrand hin und her wechseln kann. Hier lassen sich auch kleine Statistiken über den Text anzeigen, die Wort- oder Absatzanzahl etwa.

Standardmäßig werden Texte im RTF-Format gespeichert, das auch einfache Formatierungen erlaubt und gut anwendungsübergreifend weiter verarbeitet werden kann, z.B. auch in Blogs. Auch das Open-Document-Format kann der FocusWriter schreiben.

Konfiguration

Bekannte Tastenkombinationen, z.B. [STRG B] für fett dargestellte Schrift, funktionieren und sorgen für eine eingängige, mausfreie Bedienung beim Schreiben. Eine Rechtschreibprüfung gibts auch (FocusWriter greift hier auf hunspell zu), unbekannte Worte werden im Text unterringelt und das Anlegen eigener (Fach-)Wörterbücher ist selbstverständlich möglich.

Fazit: Eine schnörkellose Alternative für Texter

FocusWriter ist Freie Software (GPL 3) und verfügbar für Linux, Windows und Mac OS X und wurde bereits in viele verschiedene Sprachen übersetzt. Die großen Linux-Distributionen bringen das Paket meist standardmäßig mit und man kann FocusWriter über den gewohnten Paketmanager ratzfatz installieren.

FocusWriter wird aktiv entwickelt von Graeme Gott, dessen Homepage unter http://gottcode.org zu finden ist. Somit ist auch der Entwicklername eine Empfehlung speziell für LUKis 😉

[button color=“orange“]Fazit[/button]FocusWriter ist eine schlanke, schnörkellose und schnelle Alternative für alle, die konzentriert Texte erstellen und bearbeiten wollen. Gerade auch die Möglichkeit, den FocusWriter plattformübergreifend zu nutzen, macht ihn für Wanderer zwischen den Betriebssystemwelten interessant – etwa in Kombination mit Diensten wie owncloud oder Dropbox.

Ulrich Berens

Mein Name ist Ulrich Berens, ich bin einer der Gründer von LUKi und derzeit Vorsitzender von unserem Verein LUKi e.V.. Nicht nur privat, sondern auch dienstlich benutze ich seit 1998 Linux und beweise damit, dass sich Linux in einem kirchlichen Büro problemlos einsetzen lässt. Auf identi.ca und Twitter bin ich privat als @infoleck unterwegs, auf unserem LUKi-eigenen sozialen Netzwerk churchy und auf Diaspora bin ich auch vertreten. Mein privater Blog findet sich unter: www.berens.net und mein Fotoblog unter: www.ulrich-berens.de. Berufliches findet sich unter familienseelsorge.de und neue-gespraeche.de.

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Ein Gedanke zu „Der will nur schreiben: FocusWriter

  1. Hallo Uli,

    ich nutze FW auch immer gerne. Für mich ist es aber nur wirklich sinnig wenn eben keine Bildchen mich ablenken, auch wenn es nett aussieht. Bei mir ist dann tatsächlich nur grüne Schrift auf schwarzem Hintergrund 8>) zu sehen.
    Besonders auf kleinen Bildschirmen ist die Arbeitsfläche für mich dann effektiv zu nutzen.

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