Nichts ist umsonst

Oder: wie ein Newbie sich in die Nerdgemeinde wagt

(wie ein Neuling sich an die Feinheiten des Computerbenutzens wagt)

  • Fall 1: „Grundgütiger Himmel! Was ist das? Du lädst ein Betriebssystem aus dem Internet, brennst es auf DVD, schiebst es in dein DVD-Fach und … dein Betriebssystem fährt wie immer hoch. Siehste, hab ich doch gesagt: umsonst taugt nichts.“
  • Fall 2: Wie Fall 1 und dann: „So, jetzt erst nochmal lesen, was da steht. …hmhmhmhmhm …, achso, der Computer muss vom DVD-Laufwerk aus booten. Häh? Versteh ich nicht. Ach, ist auch egal.“
  • Fall 3: Wie Fall 1 und Fall 2 und dann: „Jetzt tipp ich mal „booten“ in die Suchmaschine. Hmhmhmhmhm… , ach so. Dann wollen wir mal. Oh. Guck mal: das sieht hier auf einmal ganz anders aus. Da kann ich jetzt auswählen. Was wähl ich denn mal? Am besten das mit dem Live, wo man von der DVD das Programm einfach mal ausprobiert. Dann kann ich ja immer noch überlegen, ob ich es so will.“

Wir überspringen jetzt mal einige Fälle und kommen gleich auf die nächste Ebene, wo alles mit Linux-User 1 beginnt.

  • Linux-User 1: „Mist, wieso funktionert mein Musikspielprogramm nicht? Das ging doch gestern noch. Wahrscheinlich wieder so ein Codec-Problem. Was mach ich denn jetzt? Konsole kann ich nicht. Wie komm ich denn jetzt an die Codecs. Ist doch wirklich zum Heulen. Jetzt hab ich diesen ganzen Linuxmist hier drauf … , aber, warte mal, das ist ja bloß auf einer Partition und mein altes Betriebssystem ist noch auf der anderen Partition. Da muss ich doch bloß den Computer neu starten und dann kann ich mein altes Betriebssystem wählen. Gerettet.“
  • Linux-User 2: Wie Linux-User 1 und dann: „ Aber da gibt es doch so Foren. Da guck ich jetzt erst mal. In die Suchmaske meiner Suchmaschine geb ich einfach mein Betriebssystem, die Version des Betriebssystems, den Namen des Musikspielprogramms und dann schauen wir mal.“ Eine halbe Stunde später. „Boah, mir brummt der Kopp. Die immer mit ihrer Konsole. Und dann immer diese ganzen Wörter, die ich nicht kenne. Wie kommen die eigentlich dazu, dass das bei denen alles wieder klappt? Ich krieg das nicht hin. Mir reichts jetzt.“
  • Linux-User 3: Wie Linux-User 1 und 2 und dann: „Moment mal, da gibt es ja einen Chat. Chat kann ich doch jetzt auch. Zur Not kann man ja auch mal telefonieren.“

Wenige Stunden später läuft alles wieder zur Zufriedenheit des Users.

genießen
Du stellst dir deine Mahlzeiten ja auch selbst zusammen.

Lernsoftware

Bestimmt könnte man in der Art eines Computerspiels eine Lernsoftware erfinden, die einen mit ansprechender Grafik durch die Linuxeinsteiger-Gewöhnungsphase hilft. Wer wie ich mit solchen Spielen nichts anfangen kann, hat es etwas leichter, denn es gibt bereits Lernsoftware und allerhand Literatur und Foren kostenlos. Nur Zeit kostet es. Und Nerven. Aber immerhin lernt man was.

Umdenken

Es gibt eine Lösung. Wenn nicht jetzt, dann morgen. Oder so. Auf jeden Fall gibt es Menschen, die gern helfen.
Manchmal hilft es, den Computer einfach aus zu machen, wenn irgendwas nicht so klappt, wie es sollte. Man muss kein Nerd sein, um Linux zu mögen. Man muss also nicht nächtelang rumtippen. Mitunter funktioniert einfach alles wieder, wenn man den Computer hochfährt. Manchmal ist man über Nacht auf eine glänzende Idee gekommen. Schließlich hilft immer noch der lebendige Mensch, der engagierte Linux-Nerd, auf den man im Laufe der Zeit stößt.

3 chice Programme für UmsteigerInnen

Jeder Mensch ist anders. Zum Glück. Jeder Mensch braucht bestimmte Dinge für sein Leben. Insofern sind diese 3 Vorschläge ganz eingeschränkt. Aber sie vermitteln leicht eine Idee von dem, was möglich ist.
Der echte Nerd nutzt das Terminal. Keine Sorge. Auch als schlichter User kann man mit Linux glücklich werden. Der engagierte Programmierer und der engagierte Designer haben über den Programmcode die Oberfläche gelegt, so dass wir was haben, wo wir mit der Maus drüberfahren können, um genau da zu klicken, wo es uns sinnvoll erscheint.
Alle hier aufgeführten Programme laufen unter allen Betriebssystemen. Also kann sie jeder vor dem Umstieg auf Linux bereits ausprobieren.

Das sind ja 4 geworden. Ich muss mich jetzt mal bremsen.

FAQ

Hier muss nichts neu erfunden werden. Andere sind bereits den steilen Weg in die Linuxwelt gegangen. „Wieso finde ich nie die Foren mit den richtigen Antworten?“, „Warum versteht mich keiner?“, „Gibt es nicht irgendwas, was immer hilft?“
Ich finde, dass das hier richtig gut ist

Zeit, nicht Geld, und Menschen, nicht Macht

Linux ist ein Betriebssystem für Menschen, die vielleicht zunächst aus Geldmangel Alternativen suchen, obwohl sie selbst nicht programmieren können. „Am Liebsten möchte ich mit einem oder mehreren Menschen darüber reden, wie mein Computer aussehen soll und was er können muss.“ Obwohl es natürlich auch unter den Linuxern solche und solche gibt, kann man allgemein damit rechnen, dass man auf hilfreiche Menschen trifft, die ihre Kenntnisse gern teilen.
Wir Nutzer und Nutzerinnen haben, wenn wir uns ein Betriebssystem kaufen, die Wahl zwischen „Kann alles“ (auch wenn wir alt genug sind, um zu wissen, dass das nur Werbung ist; abgesehen davon, dass mein Computer gar nicht alles können muss) und „Was willst du?“. Du kannst also Geld auf den Tisch legen und bekommst dafür ein Betriebssystem mit allem drum und dran (also auch die eine oder andere fiese Abo-Falle oder ein paar Dinge, von denen niemand wusste, dass er sie braucht). Oder du guckst erst mal, denkst nach, suchst dir Gesprächspartner, probierst aus, … bis du das Richtige gefunden hast – und natürlich hat das mit lebenslangem Lernen zu tun.
Linuxer entscheiden sich nicht für eine Marke, mit der sie sich identifizieren sollen/müssen. Wer Linux sinnvoll nutzen möchte, kommt nicht drum herum, sich zu informieren und mit anderen zu kommunizieren. Denn auch Linux-Betriebssysteme und freie Software sind im Wandel begriffen.
Ganz ehrlich: Linux gleicht einem Spiel mit unendlich vielen Ebenen. Und das ist ein Klassiker auf Youtube: „Codename: Linux“, der einen die Faszination des Ganzen verstehen hilft und auch ein bisschen ahnen lässt, dass hier bereits Mythen entstehen.

Thorn

Gemeindereferentin im Bistum Essen. Mit folgenden Themen lass ich mich ködern: Finnland, Jazz, Krimis, Kunst, Musik, Science Fiction. Beruflich im Büro für Inklusion und Teilhabe. Privat zu lesen auf 793 km Rhein

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3 Gedanken zu „Nichts ist umsonst

  1. Nach meiner Erfahrung IMHO nutzen Einsteiger die vorgeschlagenen Programme so wie es da steht. Aber sie sind mächtiger. Alle. Das merkt man mit der Zeit, wenn man am Ball bleibt.Man kann ja damit z.B. auch Datenbanken verwalten. Aber wer kann das schon.

  2. Nett formuliert. Die Links sind ja richtig cool! Danke dafür. Schade finde ich, daß LibreOffice nur zur Textverarbeitung dient.

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