Die LUKis im Rechenzentrum der Diözesen in Eichstätt [Update]

Ein Highlight des LUKi-Treffens 2014 in Eichstätt war der Besuch im dortigen kirchlichen Rechenzentrum. Robert Bittl, der zuständige IT-Leiter und Leiter des Diözesennetzes, an dem mittlerweile die süddeutschen Diözesen und das Bistum Aachen beteiligt sind, hatte sich am Samstag Vormittag Zeit genommen, auf unsere Fragen zu antworten und die Probleme kirchlicher IT aus seiner Sicht zu umreißen. Außerdem warfen wir dabei einen Blick ins Innerste des Rechenzentrums, wo wir lärmende Serverracks und armdicke Kabelstränge bestaunten, die Leistungen für rund 25000 kirchliche IT-Arbeitsplätze bereit stellen, bzw. diese sicher ins Internet bringen. Unter der Woche arbeiten hier 60 Mitarbeiter – vom Programmierer bis zum Hardwarespezialisten.

Proprietäre Software rules

Interessant aus LUKi-Perspektive waren vor allem folgende Punkte, die angesprochen wurden:

  • Freie Software wird vielfach auch von den IT-Profis im Kirchenbereich favorisiert, kann sich aber nur teilweise gegenüber proprietären Lösungen durchsetzen. Die Gründe dafür sind vielfältig, decken sich aber erstaunlich oft mit den Gründen (Vorurteilen), denen wir im Alltag als Linux-Verfechter auch begegnen („Man ist halt Micrososft gewöhnt“)
  • Im Zweifel wird sich von Seite der großen Kirchen gerne auch mal für die teuere Variante entschieden, die dann eben proprietär ist. Dies gilt vor allem, wenn die Finanzlage gut ist (wie derzeit). Sparargumente ziehen da nicht (mehr).
  • „Berater“ der großen Konzerne haben ihr Ohr nah an den Entscheidern, die nicht vom Fach sind.
  • IT generell ist nachrangig gegenüber den pastoralen Herausforderungen der Kirchen, die sich in Zukunft noch verstärken werden.
  • Es wird eine Menge Freier Software bzw. Open-Source-Software bereits eingesetzt – auch Linux. Dabei sind z.B. Libre Office / Open Office, Liferay (CMS, Portal, SocialOffice – z. Bsp.: https://www.comm-uni-care.de/ – kirchl. Einsatz in D/A/CH), Linux ThinClients, Redhat, CloudStack u.a.
  • Es gibt (ökumenische) Kontakte zwischen den Bistümern und Kirchen im Bereich IT (Konferenzen etc.) – trotzdem werden mit schöner Regelmäßigkeit Insellösungen produziert/bevorzugt, anstatt Ressourcen zu bündeln.
  • Die großen IT-Konzerne betreiben aggressive Lizenzpolitik und versuchen, die Diözesen lizenzrechtlich auszutricksen – stets die Rechtsanwälte in der Hinterhand, die entsprechend Druck ausüben.
  • Ethische und weltanschauliche Gründe spielen bei der Auswahl der Softwarelösungen (noch) keine Rolle.
  • LUKi ist als Ansprechpartner im Bereich Freie Software in den Kirchen sehr willkommen. Der Kontakt soll aufrecht erhalten und auf einem Treffen vertieft werden.

Verbündete gefunden

Insgesamt kann das Fazit gezogen werden, dass LUKi in Herrn Bittl und einem Teil seiner Kollegen, die Offene Lösungen bevorzugen, durchaus Verbündete und Ansprechpartner gefunden hat. Das ist mehr als erfreulich und eine gute Perspektive für gemeinsame Ansätze in der Zukunft!

P.S.: Sollte ich wichtige Punkte vergessen haben, dann bitte in die Kommentare damit – Danke! (Uli)

Ulrich Berens

Mein Name ist Ulrich Berens, ich bin einer der Gründer von LUKi. Nicht nur privat, sondern auch dienstlich benutze ich seit 1998 Linux und beweise damit, dass sich Linux in einem kirchlichen Büro problemlos einsetzen lässt. Auf Twitter bin ich privat als @infoleck unterwegs. Mein privater Blog findet sich unter: www.berens.net und mein Fotoblog unter: www.ulrich-berens.de. Berufliches findet sich unter familienseelsorge.de und neue-gespraeche.de.

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