Ubuntu-Phone – erste Eindrücke [Update]

Ubuntu-Phone

Seit Kurzem wird das Ubuntu-Phone von der spanischen Firma bq ausgeliefert. Es wurde über kurzfristige Angebote im Internet verkauft und ich habe zufällig eins erwischt. Am Freitag (20.3.15) ist es angekommen. Das Handy ist ein bq Aquaris 4.5 und es gab es vorher schon als Android-Gerät. Auf meinem Gerät ist aber Ubuntu Touch installiert. Ich habe es natürlich gleich ausprobiert. Das Handy macht einen guten, wertigen Eindruck. Nichts wackelt, alles sieht solide aus. Das Design ist einfach, aber geschmackvoll. Auch die Verpackung macht einen guten Eindruck: kaum Plastik, vor allem Karton und darin befindet sich neben dem Handy das Netzteil, ein USB-Kabel, eine Schnellanleitung, die Garantiebedingung und ein bisschen Werbung. Außerdem noch ein „Stift“ um die SIM-Karten einzulegen (wie bei Iphone und HTC-One).
Hinweis:
Im Lauf der Zeit lerne ich das Ubuntu-Phone näher kennen und werde dann den Artikel ergänzen bzw. überarbeiten. Letzte Überarbeitung: 16.4.2015

Erster Eindruck

Positiv: zwei SIM-Slots, 1 x SD-Karte bis 32 GB, guter Klang, ordentliche Fotos.
Negativ: Akku fest verbaut

Das Betriebssystem fühlt sich natürlich anders an, als ein Android-Handy. Es gibt keine Home- oder Zurücktaste, stattdessen werden Wischgesten benutzt. Leider ist der Platz für die Android-Tasten jetzt einfach nur ein großer Rand, das könnte besser gelöst werden. Die Bedienung ist am Anfang ein bisschen ungewohnt, aber es funktioniert letztlich gut und nach einiger Zeit macht es tatsächlich keinen Unterschied mehr. Wer Ubuntu Unity kennt, findet nach einem Wisch vom linken Rand die bekannte Leiste mit wichtigen Programmen.DSCN0784

Das Handy gehört zur Mittelklasse (169 €, Quadcore-Prozessor mit 1,3 GHz, 1 GB RAM, 8GB Speicher, 2150 mAh Akku, Kamera auf der Vorderseite 5 MP, Rückseite 8 MP,  kein LTE, sonst die üblichen Sensoren, Besonderheit: Filter für Umgebungsgeräusche). Es reagiert trotzdem flott und ist angenehm zu halten und zu bedienen. Es sind einige Apps vorinstalliert, manche aber nur für spanisch sprechende Menschen brauchbar. Facebook, Twitter, Telegram, Google sind an Bord, Whatsapp und Threema fehlen.

Zwei SIM-Karten

Man kann zwei Micro-SIM-Karten in das Handy einlegen. Damit ist es dann z.B. möglich, eine private und eine berufliche Nummer auf einem Handy zu nutzen, oder im Urlaub zusätzlich eine Karte mit günstigem Auslands-Internet. Auch zwei SIM-Karten aus verschiedenen Netzen sind denkbar, wenn man in einem Gebiet lebt, in dem die großen Netze sehr unterschiedlich abgedeckt sind.
Jede Karte kann benannt werden und das Handy zeigt zusätzlich beim Telefonieren und SMS schreiben den Netzanbieter der gewählten Karte an. Entweder legt man eine Karte als Standard für ausgehende Verbindungen fest oder man wählt bei jedem Gespräch bzw. jeder SMS. Dazu werden zwei Schaltflächen mit den Namen der Karten im oberen Bereich angezeigt. Man kann leicht zwischen ihnen hin und her schalten. Bisher habe ich keine Möglichkeit gefunden, einzelne Rufnummern einer Karte fest zuzuordnen, das wäre aber nützlich, damit man z.B. die beruflichen Kontakte immer automatisch mit der beruflichen Karte anruft.

Scopes

Die Bedienoberfläche unterscheidet sich grundlegend von einem Android-Handy. Es gibt keine Homescreens. Stattdessen gibt es Scopes. Das ist so etwas Ähnliches wie ein Widget. Man kann die unterschiedlichsten Scopes nutzen. Z.B. Nachrichten, Kalender, Wetter, Fotos, Medien, und so weiter. Die wichtigen Scopes legt man als Favoriten fest und hat sie mit kurzen horizontalen Wischgesten immer direkt im Zugriff, andere kann man durch einen Wisch von unten aufrufen. Der Scope mit dem man auf die Anwendungen zugreift ist immer da, alle anderen Scopes lassen sich ausschalten.

CardDAV oder CalDAV?

Die erste Enttäuschung: ich kann mein CardDAV-Adressbuch nicht einfach so synchronisieren, ebensowenig den CalDAV-Kalender. Google würde funktionieren und einige andere, die ich nicht kenne, aber meine lokale Lösung geht nicht. Später finde ich im Internet Hinweise, wie es geht, dazu weiter unten mehr.

Es gibt einen App-Shop mit einer überschaubaren Auswahl. Einiges davon sind Web-Anwendungen, die mehr oder minder gut aufbereitet werden. Da das System noch relativ neu ist, kann sich da noch was tun. Ich bin vor allem gespannt, was aus dem Linux-Lager integriert wird. Schließlich gibt es mit dem ehemaligen Maemo von Nokia und der Weiterentwicklung Sailfish von Jolla ein weiteres natives Linux-System für Handys.

Root-Rechte inklusive

Wenn man ein Terminal installiert kann man mit sudo root-Rechte erlangen. Das Passwort ist dasselbe, das man zum Entsperren festlegen kann. Allerdings ist das System schreibgeschützt. Über adb kann man das wohl ändern, aber ich habe Probleme, mit adb auf das Handy zuzugreifen. Es soll zwar gehen, wenn man den Entwicklermodus aktivert, bei mir funktioniert das aber zunächst nicht. Das Handy wird von adb nicht erkannt. Lediglich im Bootloader-Modus funktioniert das, aber das kenne ich bisher nur für’s flashen und Ähnliches. Auf jeden Fall ist es direkt möglich, root-Rechte zu bekommen und das sehe ich positiv.

Im Augenblick bastle ich an meinem Ubuntu-Handy rum und schaue, was so geht. Für den Produktiv-Einsatz fehlen mir vor allem die Kalender- und Adressbuch-Unterstützung über Cal-/CardDAV und die Kommunikation über Threema (darauf haben sich meine Familie, die Familien meiner Geschwister und einige Freunde verständigt und ohne verpasse ich viele Absprachen). Eine Email-App lässt sich installieren: Dekko. Sie funktioniert nach einigen Test relativ gut mit IMAP-Konten, ich habe jetzt auch herausgefunden, wie sich die Unterordner anzeigen lassen. Die normale Ansicht zeigt nur die aktuellen Emails in eineme virtuellen Ordner sortiert nach Datum an. Vorsichtig sollte man mit den Einstellungen sein: Wenn man unter dem Punkt „Netzlose Einstellungen“ ‚Getrennt starten‘ aktiviert, dann geschieht genau das: Das Email-Programm verbindet sich nicht mit dem Internet. Man kann also keine Emails abrufen oder senden, bis man die Einstellung deaktiviert hat. Mich hat das verwirrt, weil auf der gleichen Einstellungsseite eingestellt wird, wie viele Tage die Emails lokal zwischengespeichert werden. Das hat zwar eine gewisse Logik, aber ich dachte trotzdem zunächst, dass mit der Option ‚Getrennt starten‘ die lokale Zwischenspeicherung aktiviert wird. Tatsächlich ist das aber anders: Man kann zwischen ‚Nicht zwischenspeichern‘, ‚X Tage zwischenspeichern‘ und ‚Alles zwischenspeichern‘ wählen. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil…

Insgesamt ist das ganze System noch nicht richtig rund. Aber es kann sich ja noch Einiges tun und da hoffe ich drauf. Ich bleibe am Ball und werde über weitere Erfahrungen berichten.

Weitere Infos: ubuntu.com/phone

Update

Mittlerweile habe ich das Gerät etwas mehr ausprobiert und damit herum gespielt. Der Start von Anwendungen dauert beim ersten Mal relativ lange, danach sind sie aber sofort da – sie bleiben offensichtlich aktiv bis im Speicher kein Platz mehr ist und sie ausgelagert werden (dann dauert es wieder einige Zeit bis sie angezeigt werden). Bei reinen Web-Apps kann das anders aussehen, das kommt aber auch auf die Internet-Verbindung an.

Nachtrag (7.9.)

In der letzten Woche habe ich das Ubuntu-Phone zum ersten Mal produktiv genutzt weil mein Fairphone Akku-Probleme hatte. Telefonieren funktioniert wunderbar, auch das Adressbuch ist durch carddav mit syncevolution (siehe unten) auf Stand. Der Kalender ist ebenfalls abgeglichen (caldav mit syncevoulution), aber es gibt offenbar immer noch Probleme mit wiederholenden Terminen, speziell bei Ausnahmen. Wenn einzelne Termine gelöscht sind kann es passieren, dass sie doch angezeigt werden. Es kann dann einige Zeit dauern, bis die Anzeige stimmt. Andere wiederholende Termine beginnen vor ihrer Endzeit und werden entsprechend minimal in der Wochenansicht angezeigt. Auf dem PC oder dem Android-Phone sind dieselben Termine kein Problem. Die Wochenansicht ist immer noch etwas unübersichtlich weil sich die Darstellung nicht verkleinern lässt, man muss ständig wischen, um einen Überblick über die ganze Woche zu bekommen. Die reine Terminansicht funktioniert wesentlich besser, da werden wiederholende Termine (auch Ausnahmen) korrekt angezeigt. Aber diese Liste ist nur für eine Woche. Zum Glück kann ich parallel auf meinem Tablet den Kalender benutzen und brauche daher den Ubuntu-Phone-Kalender nur für den Notfall. Die Anzeige-Probleme in der Wochenansicht verschwinden einige Zeit nach einem Sync, es kann also noch besser werden.

Der Kontakt zur Familie muss auch über’s Tablet laufen, denn Threema gibt es nicht für Ubuntu-Phone. Genauso sieht es mit Whatsapp aus (was mich aber nicht weiter stört). Telegram wäre eine Alternative, aber das nutzt in meinem Bekanntenkreis kaum jemand.

Es gibt regelmäßig Updates für das Ubuntu-Phone, sowohl für das System als auch für die Anwendungen. Auch die Zahl der Anwendungen nimmt zu. Aber viele neue Anwendungen sind lediglich Webapps für ganz bestimmte für mich weniger interessante Seiten.

Die Bedienung mit den Wischgesten funktioniert wunderbar, da könnte ich mich dran gewöhnen. Auch die Akkulaufzeit ist sehr gut, ich muss das Handy nur alle paar Tage ans Ladegerät hängen. Dann aber meist völlig überraschend, weil bei etwa 50 % die Ladung blitzschnell verloren geht. Ich habe das an bq gemeldet und den Hinweis bekommen, den Akku zu kalibrieren, indem ich nach völliger Entladung 8 Stunden lade und das drei mal. Mal sehen, ob das wirkt. Die trotz der fehlerhaften Akkuanzeige lange Laufzeit hat auch damit zu tun, dass ich das Handy weniger nutze als mein Fairphone, weil z.B. Threema nicht läuft. Ebenso ist Bluetooth ausgeschaltet während das Wlan an ist. Im Augenblick ist das Handy bei 85 % Akkuleistung und es ist vor 28 Stunden zum letzten Mal geladen worden. Selbst wenn ich davon ausgehe, dass bei 50 % wieder Schluss ist, ist das ein guter Wert.

Für Spieler gibt es inzwischen Tux Racer und eine Menge andere netter kleiner Spielchen.

Insgesamt: Es tut sich was und so langsam wird das System runder, aber besonders wegen des Kalenders reicht es für meinen produktiven Einsatz noch nicht komplett aus.

Tipps

Ich habe im Internet Tipps zum Einrichten einer Synchronisation zu einem owncloud-Server gefunden. Basis ist syncevolution, was per default installiert ist. Mein erstes Problem ist, dass ich nicht per ADB auf das Handy zugreifen kann. Es wird erst gar nicht als device angzeigt. Alle Tipps mit adb beziehen sich auf Android-Handys, auf die Ubuntu Phone installiert wurde. Das Aquaris Ubuntu Edition ist aber von Haus aus ein Ubuntu-Handy, es hat deshalb gar kein ADB (Android Debug Bridge).
Update: Ich habe eine Lösung gefunden und meine Aussage, dass das Aquaris Ubuntu Edition kein ADB hätte hat sich als falsch heraus gestellt. Man lernt halt immer wieder dazu…

ADB aktivieren

Damit ADB funktioniert die Datei ~/.android/adb_usb.ini mit einem Editor bearbeiten und die Zeile

0x2a47

einfügen (siehe http://wiki.ubuntuusers.de/Baustelle/Ubuntu_Touch/Einrichtung)

Alternativ kann man auch ein Terminal auf dem Handy installieren.

Synchronisation des Kalenders und Adressbuches mit caldav/carddav

Nach einigem Probieren habe ich herausgefunden, dass man mit sudo Root-Rechte bekommt. Das abgefragte Passwort ist dasselbe, das man zum entsperren braucht. Dann musste ich das System beschreibbar machen:

sudo mount /dev/loop0 / -o remount,rw

Als Nächstes musse ich das Zertifikat meines Servers importieren:

sudo cp /home/phablet/Downloads/server.crt /usr/share/ca-certificates
sudo dpkg-reconfigure ca-certificates

(dabei muss das eigene Zertifikat ausgewählt werden, am Besten geht das wenn der Auswahl-Dialog angezeigt wird, auf dem Handy sollte dazu das Terminal im Quermodus angezeigt werden. Alle anderen bisherigen Zertifikate müssen auch aktiviert bleiben, sonst gibt es Probleme mit einzelnen Internetseiten.)
Anschließend gab es einige Kommandos, mit denen syncevolution konfiguriert wird. Ich beginne mit dem Zugriff auf den Owncloud-Server:

syncevolution --keyring=no --configure --template webdav username=USERNAME password=PASSWORT syncurl="SERVER/owncloud" target-config@owncloud
syncevolution --configure --template SyncEvolution_Client sync=none syncURL=local://@owncloud username= password= peerIsClient=1 owncloud

USERNAME durch den eigenen Nutzernamen ersetzen
PASSWORT durch das eigene Passwort ersetzen
SERVER durch den eigenen Server ersetzen

Die Synchronisation des Adressbuches geht dann so:

syncevolution --configure database=https://SERVER/owncloud/remote.php/carddav/addressbooks/kontakte backend=carddav target-config@owncloud contacts
syncevolution --configure sync=two-way backend=contacts database="Persönlich" owncloud contacts

(Beachte in Zeile 3: auf einem deutschen Owncloud heißt das Addressbuch kontakte, auf einem englischen contacts, andere Adressbücher können andere Namen haben)
Das ging soweit ganz gut, aber dann haben die Probleme angefangen…
Edit: Ich habe das Handy noch einmal auf Werkseinstellungen zurück gesetzt und jetzt hat die Sache auf Anhieb geklappt!
Letzter Schritt:

syncevolution --sync slow owncloud contacts

Und siehe da: Mein Adressbuch ist unter Kontakte vollständig zu finden!
Mit dem Kalender und caldav geht es dann entsprechend weiter:

syncevolution --configure database=https://SERVER/owncloud/remote.php/caldav/calendars/personal backend=caldav target-config@owncloud calendar
syncevolution --configure sync=two-way backend=events database="Persönlich" owncloud calendar

(Es ist wieder wichtig, in Owncloud zu schauen, wie der Kalender tatsächlich heißt und den richtigen Kalendernamen einzugeben.)
Dann die Synchronisation starten:

syncevolution --sync slow owncloud calendar

Und jetzt klappt die Sache!
Die regelmäßige Synchronisation sieht dann so aus:

syncevolution owncloud calendar contacts

Fehlt nur noch die regelmäßige Synchronisation…

Mehrere Kalender oder Adressbücher

Bisher habe ich den standardmäßig vorhandenen Kalender auf dem Handy zum Syncen benutzt. Wenn ich das nicht will oder weitere Kalender syncen will, muss ich zunächst einen neuen Kalender (bzw. Adressbuch) erstellen:

syncevolution --create-database backend=evolution-calendar database="NeuerKalender"

Das Kommando

syncevolution --print-databases

listet den neuen Kalender danach brav auf.

Dann wird der Kalender wie oben verbunden:

syncevolution --configure database=https:/SERVER//owncloud/remote.php/caldav/calendars//personal backend=caldav target-config@owncloud neuercalendar
syncevolution --configure sync=two-way backend=events database="NeuerKalender" owncloud neuercalendar
syncevolution --sync slow owncloud neuercalendar

Die Namen „NeuerKalender“ und „neuercalendar“ dürfen frei gewählt werden.
Bei weiteren Adressbüchern geht das analog.
Der dauerhafte Aufruf wird dann durch den neuen Kalender ergänzt:

syncevolution owncloud calendar neuercalendar contacts

Man muss nicht die einzelnen Kalender und Adressbücher angeben. Der Aufruf

syncevolution owncloud

synchronisiert alle eingerichteten Kalender und Adressbücher.
So weit, so gut. Jetzt muss nur noch die Kalender-App weiter entwickelt werden: Man kann die Darstellungsgrößen der Stunden in der Wochen- und Tagesansicht nicht verändern und sieht deshalb immer nur einen Teil eines Tages, für eine Übersicht ist das auf Dauer zu wenig. Wiederholende Termine funktionieren prinzipiell, auch das Löschen einzelner Termine aus einer Terminreihe funktioniert. Aber die Wiederholungszyklen monatlich und jährlich lassen sich nicht einstellen (man kann sie anwählen, aber dann kommt man nicht mehr zurück ins Terminfenster). So weit ich gelesen habe, ist zumindest das letzte Problem schon in Arbeit. Mit dem letzten Update der Kalenderapp ist das Problem der wiederholenden Termine behoben. Es bleibt trotzdem noch viel zu tun: die Kalenderapp zeigt gerade gelöschte oder angelegte Termine nicht sofort an, manchmal hilft ein Umschalten auf eine andere Darstellungsart (Tag/Woche/Monat/Liste), manchmal muss man sie beenden und wieder neu aufrufen. Ich bin gespannt, wie es hier weiter geht. 16.4.2015: Ein neues System-Update ist heute erschienen, jetzt erscheint ein neu angelegter Termin fast sofort im Kalender und wenn man ihn danach wieder löscht, ist er direkt weg.

Die oben beschriebenen Eingriffe nach dem Beschreibbar machen des Systems überstehen zwar ein Update der Firmware (die Konfiguration wird im Homeverzeichnis des Nutzers abgelegt), aber eine Neuinstallation löscht sie wieder. Deshalb legt man sich am Besten ein Skript mit den Befehlen an und sichert es auf den PC um sie im Notfall wieder neu ausführen zu können – das funktioniert aber nur (wegen Sicherheitseinstellungen? apport?), wenn man das Skript über bash aufruft:

bash ./skript.sh

Bleibt zu Hoffen, dass es in Zukunft einfachere Wege geben wird.

Warnung:

Man kann auf dem Ubuntu-Phone apt-get nutzen, aber da sollte man vorsichtig sein, eventuell kann das System kann bei einem Upgrade Schaden leiden, weil die Pakete evtl. nicht optimal angepasst sind. Die Äußerungen im Internet hierzu sind teilweise widersprüchlich, mir erscheinen dazu die Informationen auf der Seite forum.ubuntuusers.de/topic/ubuntu-touch-plauder-thread/74/ von Benno-007 am plausibelsten.
Auf jeden Fall hatte ich bei meinen Problemlösungsversuchen Pech und erst nach dem Neuaufsetzen hat das Gerät wieder richtig funktioniert. Ob es an der Benutzung von apt-get lag oder daran, dass ich zu Anfang nur meine persönlichen Zertifikate aktiviert hatte, kann ich jetzt nicht mehr nachvollziehen. Ich hatte das Problem, dass ich keinen Ubuntu-One Account mehr anlegen konnte, nachdem ich das Handy auf Werkseinstellungen zurück gesetzt hatte und die obigen syncevolution-Befehle brachten ebenfalls Fehler. Erst eine komplette Neuinstallation hat dann geholfen. Wer wissen will, wie das geht: Ubuntu-Phone neu installieren

Verbindung mit ssh

Die Seite askubuntu.com/questions/563573/cant-ssh-into-ubuntu-touch-device erklärt wie es geht:
Von Haus aus ist das Login mit Passwort ausgeschaltet, was durchaus sinnvoll ist, da ja auch gar kein Passwort oder eine relativ einfache PIN gesetzt sein kann. Mit dem Public-Key-Verfahren kann man dann aber doch eine Verbindung bekommen. Der einfachste Weg (ohne adb):
Zunächst openssh konfigurieren. Dazu auf dem Handy im Terminal

sudo dpkg-reconfigure openssh-server

eingeben (Handy muss beschreibbar sein, s.o.). Diesen Schritt musste ich erst selbst heraus finden, denn der Aufruf von sshd brachte die Fehlermeldung, dass keine Schlüssel existieren. Danach

sudo /usr/sbin/sshd

eingeben, sich mit

ssh phablet@192.168.1.100

einloggen (IP anpassen!).
Sollte es ein Problem mit dem Anmelden geben, kann es helfen, vorher ssh auf dem Handy zu beenden:

sudo stop ssh

Danach wie oben den sshd ohne Parameter starten.
Falls man noch keine ssh-ID auf dem Computer hat mit

ssh-keygen

einen Schlüssel erzeugen.
Anschließend mit

ssh-copy-id phablet@192.168.1.100

die ID vom Computer aufs Handy übertragen. Danach kann man sich von diesem PC aus mit ssh ohne Passwort auf dem Handy einloggen.
Nach einem Neustart des Handys muss der ssh-Server neu gestartet werden:

sudo /etc/init.d/ssh start

HelmutWillems

Gemeindereferent, arbeitet seit den 90er Jahren mit Linux, begeisterter Alltags-Radler, Kassierer bei LUKi e.V.

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21 Kommentare zu “Ubuntu-Phone – erste Eindrücke [Update]

  1. Hallo Arne,
    * In der ANleitung heißt es öffters: https:/SERVER//owncloud/remote.php … was muß ich dann eintippen? https://cloud.leute.server.de/remote.php …?
    -> Wenn du mit cloud.leute.server.de direkt auf deinen Server kommst, ist das richtig. Ich bin hier von einem owncloud-Server ausgegangen, da braucht es das passende Verzeichnis.
    * … die Stelle //personal …. muß ich hier tippen …calendars/NAME_MEINES_KALENDERS_AUF_DEM_SERVER ?
    -> richtig
    und statt neuercalendar und „NeuerKalender“ … nehme ich immer den Namen meines Kalenders?
    -> Da ging es um die Erstellung eines neuen Kalenders auf dem Handy für das syncen eines weiteren auf dem Server vorhanden Kalender. Und dafür muss natürlich der Name ausgetauscht werden. Wobei du bei dem Namen auf dem Handy prinzipiell frei bist, es ist wegen der Übersicht nach längerer Zeit aber sinnvoll, den gleichen Namen wie auf dem Server zu verwenden.
    Viele Grüße
    Helmut

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