Eine heiße Erfahrung: LUKi auf dem Stuttgarter Kirchentag

Aufkleber und Gummibärchen: unverzichtbar!
Linux-DVDs mit Aufkleber und immer viele Gummibärchen: unverzichtbar!

Unsere „Strategie“ als LUKi fährt ja zweigleisig: einerseits bewerben wir bei den kirchlichen Anwendern Linux (und Freie Software überhaupt), andererseits weisen wir gerade auch Verantwortliche in den Kirchen auf die Möglichkeiten von Linux hin. Auf dem Kirchentags-Stand jetzt in Stuttgart konnten wir beides ausgiebig tun und von daher war unser Engagement dort richtig, wichtig und – ja: erfolgreich und lohnend.

Ja, es war eine im Wortsinn „heiße Erfahrung“ in Stuttgart: die Stände auf dem „Markt der Möglichkeiten“ waren in großen, weißen Zelthallen untergebracht und anders als auf dem Katholikentag in Regensburg im vergangenen Jahr war es diesmal richtig heiß: die Sonne knallte mit über 30° C auf die Zeltdächer. Eine Besucherin brachte es auf den Punkt: „Draußen wirst Du gebraten, hier drinnen wirst Du gekocht.“ Peter, Theo und ich (Uli) waren demnach in jedem Fall „gut durch“.

LUKi sagt Danke!

Und so haben wir sehr davon profitiert, dass wir eine große Kooperation mit den anderen drei Gruppen unseres Gemeinschaftsstandes eingegangen sind.

Standausstattung
Linux-Fernsehen“: meistens lief hier unsere Präsentation, man konnte Linux ausprobieren oder es wurde eine Twitterwall zum Hashtag #dekt15 gezeigt

Allen Partnern, besonders der Kirchengemeinde Wöbbel und Reelkirchen an dieser Stelle noch einmal einen ausdrücklichen, herzlichen Dank für all das Gute: die Getränke, die uns haben „überleben“ lassen in der Stuttgarter Hitze, die Unterstützung, die Sitzgelegenheiten und die Professionalität des Standes überhaupt, die ja eine unglaubliche Logistik erforderlich machte. Auch die Leute von „Holland Sail“ waren super und haben uns gelegentlich mit einem Becher Eis die Standarbeit versüßt. Dank auch an Euch alle, die eigentlich bei der Offenen Bibel helfen wollten und dann oft auch uns geholfen haben! Danke vor allem an Wolfgang Loest, der diese Kooperation so überhaupt möglich gemacht hat.
Ebenfalls herzlich Danke auch an die Gemeinschaft der Sießener Franziskanerinnen von St. Agnes in Stuttgart, die Peter und mich und meinen Sohn Elias, der beim Auf- und Abbau half, kostenlos als Gäste aufnahm!

Beobachtungen, Auffälliges und Nachdenkenswertes

Die wenigsten Besucher kamen wegen der immer ausreichend verfügbaren Gummibärchen an unseren LUKi-Stand. 🙂
Viele hatten tatsächlich das mehr als dicke Kirchentags-Programmheft durchforstet, waren dort auf uns aufmerksam geworden und haben unseren Stand gezielt angesteuert. Zum Teil weil sie einfach neugierig waren („Was macht Linux auf dem Kirchentag?“), zum Teil einfach weil sie selbst Linux nutzen und zu einem guten Teil auch deswegen, weil sie uns einfach rückmelden wollten, wie klasse es sei, dass wir vertreten sind und dass unsere Präsenz auf dem DEKT ganz wichtig sei. Wir hatten auch Besucher, die wir schon auf anderen Kirchentagen zum Probieren von Linux mittels einer Linux-DVD „überredet“ hatten und die jetzt begeistert von ihren Erfahrungen erzählten.

Wir haben diesmal an unsere Besucher über 300 Linux-DVDs (mit ubuntu, Mint, lubuntu, Fedora usw.) verteilt. Tatsächlich gab es viele, die Linux noch nie probiert hatten; es gab etliche, die Linux vor längerer Zeit ausprobiert hatten und an der vormals womöglich noch mangelnden Hardwareunterstützung gescheitert sind; und es gab immer noch einige, die fassungslos waren, dass Linux völlig kostenfrei verteilt wird und nutzbar ist.

Sehr ermutigend war, dass wir einige verantwortliche Pfarrer am Stand hatten, die sozusagen in Eigenregie einen Umstieg auf Linux durchgezogen haben.

LUKi auf dem Kirchentag
Gegen Ende des Kirchentages besuchten uns die Besatzungen der Nachbarschaftsstände

Dabei wurde häufig Kritik an den Verantwortlichen der Kirchen laut. Einige häufig gehörte Kritikpunkte waren:

  • es wird Geld in Dinge investiert, die praxisfern sind und die niemand will oder braucht
  • es werden allzuoft Insellösungen favorisiert, anstatt KnowHow zu bündeln
  • es wird eine generelle „Neigung“ der Kirchen festgestellt, Freie Software und darauf aufsetzende Lösungen gar nicht erst ins Visier zu nehmen
  • Anträge, mehr Linux und Freie Software in den Kirchen zu nutzen, werden – z.B. auf Synoden – niedergebügelt und nicht ernsthaft erwogen
  • Lizenzkosten für proprietäre Lösungen, denen es zudem an Interoperabilität mangelt

Vor diesem Hintergrund wurde unser Ansatz, nämlich den ethischen Aspekt im Bereich IT zu betonen, sehr gelobt. Unsere Gesprächspartner fanden häufig, dass in diesem Bereich mehr und intensiver diskutiert und argumentiert werden müsse. Tatsächlich war es so, dass viele vor unserem Rollup „FAIR“ stehen blieben und meinten, unter diesem Aspekt habe man die Frage der Software noch nicht betrachtet.

Auffallend war abschließend, dass etliche Besucher zum Stand kamen, die gerade die (hitzebedingt) etwas ruhigeren Zeiten am Freitag und Samstag auch gerne einmal zu längeren fachlichen Gesprächen rund um Linux nutzten.

Was auch gesagt werden muss

Abbau des Standes
Abbau des Gemeinschaftsstandes

Peter und ich sind ja ein eingespieltes Team, was Kirchentage angeht, auch Wolfgang ist dazu zu zählen; und Theo hat sich ebenfalls ganz toll engagiert. Was aber dennoch deutlich gesagt werden muss: mit einer solch dünnen „Personaldecke“ werden wir in Zukunft Kirchentage nicht mehr bestreiten können. Bei Aufbau und Abbau wäre ich quasi komplett auf mich allein gestellt gewesen, wenn ich nicht tatkräftige Unterstützung durch meinen 15jährigen Sohn Elias gehabt hätte. Peter und ich haben uns die Hauptlast der Standbetreuung redlich geteilt, Theo war eineinhalb Tage dabei.

Trotz der Stärkung durch insgesamt 4 kg Gummibärchen: Wenn unser Engagement auf Kirchentagen fortgeführt werden soll, werden wir in Zukunft mehr Unterstützung durch die LUKis an einem solchen Stand brauchen!

Videoimpressionen vom Stuttgarter Kirchentag

Ulrich Berens

Mein Name ist Ulrich Berens, ich bin einer der Gründer von LUKi und derzeit Vorsitzender von unserem Verein LUKi e.V.. Nicht nur privat, sondern auch dienstlich benutze ich seit 1998 Linux und beweise damit, dass sich Linux in einem kirchlichen Büro problemlos einsetzen lässt. Auf identi.ca und Twitter bin ich privat als @infoleck unterwegs, auf unserem LUKi-eigenen sozialen Netzwerk churchy und auf Diaspora bin ich auch vertreten. Mein privater Blog findet sich unter: www.berens.net und mein Fotoblog unter: www.ulrich-berens.de. Berufliches findet sich unter familienseelsorge.de und neue-gespraeche.de.

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2 Kommentare zu “Eine heiße Erfahrung: LUKi auf dem Stuttgarter Kirchentag

  1. Das wär sehr schade, wenn es LuKi auf den Kirchentagen nicht mehr gäbe. Mehr noch: es wird Zeit, dass so ein Stand auch auf dem Katholikentag aufgebaut wird.

  2. Herzlichen Dank für euer Engagement! Leider konnte ich aus beruflichen Gründen nicht dabei sein, Fronleichnam ist halt katholischerseits ein ziemlich voller Feiertag und bei uns auch noch mit einem Pfarrfest verbunden.
    @Thorn: Letztes Jahr waren wir auf dem Katholikentag mit einem Stand vertreten.

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