Stratosfly 0.1

Seit dem 13. Dezember 2016 bin ich stolzer Besitzer eines Raspberry Pi, welcher eine Flughöhe von 22 000 Metern erreicht hat.

Über den Wolken …

Aber zum Anfang!

In meiner PC-AG an der Eisenhoitschule haben wir uns mit dem Raspberry beschäftigt und es kam schnell die Frage auf: Wofür ist solch ein Raspberry denn wohl gut?

Zuerst kamen natürlich so etwas wie Server, Wildkamera oder Mindtestserver in die engere Auswahl, als ich aber günstig an einen Wetterballon kommen konnte, war natürlich das Interesse geweckt und das Projekt bekam den Namen:

Stratosfly 0.1

Styroporsonde mit Kameraloch und Tragschnüren
Styroporsonde mit Kameraloch und Tragschnüren

Zuerst wollte ich nicht nur eine Kamera an den Raspberry Pi anschließen, sondern auch verschiedene Sensoren. Bei verschiedenen Tests hielten diese aber unseren hohen Ansprüchen (Stabilität der Verbindungen) nicht stand, so dass erst einmal nur ein Film gemacht werden sollte und mittels Umweltlogger die Wetterdaten aufgezeichnet wurden.

 

Umweltlogger und Raspberry mit Akkupack
Umweltlogger und Raspberry mit Akkupack

Der uns zur Verfügung stehende Ballon, hatte eine Bruttotraglast von 800gr, so dass wir nicht wirklich sparsam sein mussten. Viele Gedanken haben wir uns dann aber über die Stromversorgung gemacht. Aus Kostengründen aber ein mittelpreisiges Akkupack in die Sonde gepackt. Dies stellte die Stromversorgung des Raspberry tatsächlich durchgehend sicher, obwohl in der Stratosphäre ein gemessene Temperatur von -39°C herrschte.

Am Starttag gab es leider viele Wolken, was aber den Schüler*innen nichts ausmachte. Mit Begeisterung bereiteten sie den Ballon vor. Befüllung des Ballon mit Helium, anbinden des Fallschirms, befestigen der Sonde, aktivieren

Befüllung des Ballon
Befüllung des Ballon

des Raspberry, kontrollieren des GPS-Trackers und Start!

Nach ca 15 Minuten war der Ballon nicht mehr in Reichweite von Funkmasten und wir mussten uns in Geduld fassen. Wie berechnet, platzte der Ballon über Kassel in einer Höhe von etwa 22 Kilometer. Zum Vergleich:

Die Reiseflughöhe von Passagierjets beträgt etwas über 13 Kilometer.

Auf ein paar Fotos ist dann auch der Blick auf Jets zu sehen. Von Oben!

 

Flugzeug in Reiseflughöhe
Flugzeug in Reiseflughöhe

Kurz vor der Landung hatten wir dann endlich wieder Kontakt. Faszinierend wie selbst Lehrer um den Menschen mit dem Handy stehen und die großen Fragezeichen im Gesicht stehen haben: „UND? Kontakt?“

In Thüringen ist das gute Teil dann nach zweistündigem Flug,  zu unserer Freude auf einem Feld, gelandet. Das Auslesen der Daten hat wunderbar funktioniert nur mit dem Video gab es ein paar Schwierigkeiten, die sich allerdings mit ffmpeg -i wunderbar beheben ließen.

Unterm Strich:

Eine spannende Aktion die Lust auf mehr macht, nur leider nicht mehr an dieser Schule.

 

 

 

7 Gedanken zu „Stratosfly 0.1

  1. Hey Carsten,
    herzlich willkommen.
    Wir haben gerade den Server gewechselt und hoffen dass alles gut läuft! Schau dich ruhig mal um. Da sollte doch einiges neue für dich dabei sein.

  2. Hallo Rainer,
    bin jetzt hier auch angemeldet.
    Habe den Link von diaspora, von Dir erhalten. kannte nur die alte Luki-Seite.

  3. Hey Benny,

    zu 1.
    Der Ballon wird vom Radar erfasst und oft als Vogelschwarm interpretiert
    zu 2.
    Wenn der Ballon platzt segelt er sanft an einem Fallschirm zu Boden. Zudem kann die Flugroute berechnet werden und somit Ballungsräume, wenigstens grob, vermieden werden.

    Und wenn alles nichts Hilft, dann greift die Haftpflicht (der Lehranstalt) oder eine Luftfahrtversicherung.

  4. Interessant: Zwei Gedanken kommen mir altem Bedenkenträger:
    1. Wie geht man sicher, daß man nicht ein Flugzeug rammt? (oder macht das denen nix? Wenn der Ballon Samt raspi in ein Triebwerk käm wär das keine Gefahr?)
    2. Was passiert, wenn der Wetterballon platzt? Ich stell mir vor, der raspi stürzt ab und nicht in Thüringen aufs Feld sondern irgendwo in Frankfurt auf den Kopf eines Menschen…

  5. Hey Huba
    die Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen wird im Sommer ihre Pforten schließen, da man Förderschüler besser im Gymnasium fördern kann, behaupten die Grünen! Aber ich bleibe dran und versuche es der Sekundarschule schmackhaft zu machen, da ich auch Blut geleckt habe. 🙂

    Uli, nein das Video willst du nicht sehen. Da die Sonde sehr herumgeschleudert wurde, ist das 2 Stunden Kirmes. Ich musste alle 15 Minuten Pause machen da mir schlecht wurde 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.