
Standerfahrung auf der Kirchenmeile in Würzburg
Alle Jahre wieder: wir, vom LUKi, sitzen und stehen bei unserem Stand, Menschenmassen gehen vorbei, immer wieder bleibt eine Person stehen, ein Lächeln huscht über das Gesicht, das Handy wird gezückt und ein Bild wird gemacht. Öfter ist dann auch ein weiterer Kontakt möglich.
Das Bewusstsein für die Notwendigkeit von digitaler Souveränität war diesmal in den Gesprächen deutlich spürbarer als im Vorjahr. Die aktuelle politische Situation und auch die Öffentlichkeitsarbeit von Initiativen wie di.day hat schon auch Resonanz in diesem Teil der Bevölkerung, die auf eine Kirchenmeile bei einem Katholikentag vorbeischauen.
Auch ein Statement wie: ich möchte ja schon freie Software nutzen, aber … war öfter zu hören. Wir konnten Umsteigewillige auf Initiativen in ihrer Nähe verweisen – die Seite endof10.org ist da ja super hilfreich.
Sensibilität für unterschiedliche Probleme der kommerziellen Sozialen Medien war bei den Menschen, die mit uns ins Gespräch kamen, meist gut vorhanden. Erfahrungen mit dem Fediverse leider noch etwas seltener. Zusammen mit der ksi-Initiative FedikircheamMontag war ein Flyer entstanden, der half, die Kernelemente der Föderation ohne Fachjargon zu vermitteln. Das ist gleichzeitig ein richtig dickes Brett, was es zu bohren gilt. Die Bereitschaft, gewohnte Pfade zu verlassen, ist bei uns Menschen naturgemäß nicht sehr ausgeprägt. Da werden wir noch weiter dran bleiben müssen und entsprechend informieren und motivieren.
Durch die gute Zusammenarbeit mit dem KDSZ-Bayern haben sich unsere Möglichkeiten der Lobbyarbeit für freie Software noch einmal verstärkt und es besteht die Hoffnung, dass da was Ermutigendes wachsen wird, also das Motto des Katholikentags konkreter erfahrbar wird: Hab Mut, steh auf.
So ein Event bietet natürlich immer auch Möglichkeiten, sich zu treffen. So kamen einige Personen, die von Diensten des LUKi profitieren, ob als Nutzende von
- Chaträumen,
- der Mastodon-Instanz oder
- weiteren Angeboten von LibreChurch,
vorbei und ergriffen so die Chance zum Austausch und Gespräch mit einzelnen Akteuren.
Immer wieder hörten wir, Danke, dass Ihr so etwas macht, schön, dass es Euch gibt. Wer sich fragt, warum sich regelmäßig ein Team für dieses Event findet, der wird schnell einige der Gründe dafür entdecken können:
- Diese Art des geschenkten Ansehens ist einfach unbezahlbar.
- Etwas von dem weiterzugeben, was uns selber inspiriert, gehört für ein gutes Leben einfach dazu.
- Außerdem ist die analoge Gemeinschaft von Aktivisten immer wieder eine Kraftquelle, auf die keiner von uns trotz vielfältiger digitaler Möglichkeiten von Vernetzung verzichten möchte.
Die nächste solche Chance ist beim Kirchentag in Düsseldorf vom 5.-9. Mai 2027 – weitere Interessierte an einer Standteilnahme bei LUKi können sich gerne melden.
