Warum Linux?

„Linux ist das größte Gemeinschaftsprojekt der Welt.“

(Linus Torvalds, Linux-„Erfinder“, in seiner Biographie ‚Just for fun‘)

Was ist Linux?

By: Duncan Hull

Linux ist ein Betriebssystem, dass der finnische Student Linus Torvalds 1991 im Internet veröffentlichte und das mittlerweile weltweit mehr als 18 Millionen Menschen täglich mit Erfolg nutzen. Dazu gehören auch die Verwaltung der Stadt München, Peugeot Citroën und die französische Gendarmerie Nationale.

Linux ist „offen“, d.h. der Programmcode wird nicht wie ein Staatsgeheimnis unter Verschluss gehalten, sondern ist für jeden zugänglich, darf inspiziert, erweitert und verbreitet werden, solange das Ergebnis selbst wieder „offen“, also ebenso frei zugänglich ist. Dieses Prinzip freier Software (copyleft statt copyright) ist in der GNU General Public License (GPL) festgehalten. Nach dieser sind u.a. auch der Webbrowser Firefox und das Datenbanksystem MySQL lizenziert.
Linux unterliegt nicht wie kommerzielle Software den (Profit-)Interessen eines Konzerns, ist also nicht das Produkt einer einzelnen Firma, sondern das ständig weiterentwickelte Ergebnis einer internationalen Zusammenarbeit. Diese erfolgt hauptsächlich über das Internet. Ebenso findet die Entwicklung und Pflege der meisten Linuxanwendungen offen statt, d.h., dass evtl. auftretende Fehler innerhalb kürzester Zeit beseitigt werden können und direkter Kontakt mit den Entwicklern möglich ist.

Ideelles?

By: smlp.co.uk

Versuchen wirs mit einem Bild:

Wenn man sich das Internet als eine Insel vorstellt, auf der nach und nach alles Weltwissen gesammelt wird, dann ist die jetzige Situation im Softwarebereich so, dass das einzige Boot, um zu dieser Insel zu gelangen, in den Händen praktisch einer einzigen Firma liegt.

Das „Boot“ Linux ist dabei eine sichere Alternative, die auf den Prinzipien freier Software beruht und dadurch der „Insel“ unabhängigen Zugang sichert.

Linux ist quasi „demokratisch“, also frei, unabhängig und selbst bestimmt. Diese Grundstruktur hat es zu dem sichersten und für den Anwender unbedenklichsten Betriebssystem unserer Zeit werden lassen. Die Vorteile dieser zukunftssicheren Art von Software haben auch die Bundesregierung bewogen eine Empfehlung zur Verwendung freier Software in allen Bundesbehörden herauszugeben.

Zudem gibt es eine weltweite Bewegung, die fordert: Kommunikation und Information mittels Computer soll frei und selbstbestimmt sein.
Weder Patente noch sonstige restriktive Rechte an irgendeiner Software sollen das Grundrecht auf freie Nutzung von Informationstechnologie (z.B. Software) beschneiden. Die Nutzung von PC-Technologie und seiner Software darf nicht abhängig sein von den jeweiligen finanziellen Möglichkeiten. Dies ist gerade für arme Länder wichtig, aber auch für Schulen und das Bildungssystem ein nicht zu unterschätzender Aspekt.

Vorteile?

Der erste, ins Auge springende Vorteil von Linux: Sowohl Linux selbst, als auch die benötigten Anwendungen sind konkurrenzlos günstig, nämlich prinzipiell kostenlos.

Gerade die Kirchen sind darauf angewiesen, mit ihren knapper werdenden Ressourcen zu haushalten. Statt zusätzlicher Software, die woanders mit Hunderten oder Tausenden von Euros zu Buche schlägt, bietet Linux diese größtenteils oft schon standardmäßig an.
Zudem können mit einer Linux-CD unbegrenzt viele Computer mit Software ausgestattet werden – legal und ohne lizenzrechtliche Probleme.

By: John Fischer

Aber Linux ist nicht nur aus finanziellen Gründen interessant: Linux ist standardmäßig für den Server- und Desktopeinsatz vorgesehen und dafür auch optimal geeignet. Es arbeitet in großen wie in kleinen Netzwerken äußerst stabil, schnell, flexibel und sicher.

Linuxnutzer sind unabhängig von einzelnen Softwarelieferanten und deren Lizenz- und Preispolitik. Eine weltweite Entwicklergemeinde garantiert die ständige Weiterentwicklung von Linux. Ein offener Code schafft Transparenz und Sicherheit.

Für Linux gibt es alle Software, die man für den Büroalltag braucht: Textverarbeitung, Datenbank, Präsentationsgrafik, Email, Internet, Terminplaner etc. . Schon vorhandene eigene Dokumente können bei einem Wechsel „mitgenommen“ werden.

Moderne Linux-Oberflächen (ja, es gibt mehrere, frei wählbare!) sind genauso einfach zu bedienen wie ein Windows-Desktop. Weiterhin bringt Linux alle Werkzeuge für Internetanbindung standardmäßig mit: Linux ist im Internet quasi „zu Hause“.

Linux ist ökonomisch: Die Hardwareanforderungen sind bei höherer Leistung niedriger als bei anderen vergleichbaren Betriebssystemen. Es wird ständig weiterentwickelt und es gibt kompetente, oft kostenlose und schnelle Hilfe (natürlich auch kommerzielle) und ist bestens dokumentiert.

Linux fasziniert, findet ständig mehr Anhänger und wird zunehmend auch von Großfirmen, Instituten, Universitäten und Behörden eingesetzt, unterstützt und gepflegt.

Fazit?

Es gibt viele Gründe für die Verwendung von Linux, gerade auch im kirchlichen Bereich.

Der wichtigste Grund: Linux ist ein modernes Betriebssystem, voll einsetzbar in kleinen und größeren Büros. Es verbindet eine höhere Sicherheit und Stabilität mit einer einfachen Bedienung. Linux hat bereits weltweit eine Menge zufriedener Anwender. Die günstigen Kosten, die Transparenz und die „Philosophie“ hinter Linux machen dieses Betriebssystem gerade für den Einsatz im Bereich kirchlicher Institutionen attraktiver denn je.

Im folgenden 52-minütigen Dokumentarfilm (im Original: The Code) geht es um die Geschichte von GNU/Linux, über Freie Software und die Open-Source-Bewegung und -Community. Viele Interviews (u.a. Linus Torvalds) geben einen guten Eindruck, was hinter Linux und Open-Source steht und wie alles einmal angefangen hat.