Frühere Aktionen

„Im Archiv findet Ihr einige Themen und Aktionen, mit denen wir uns in der Vergangenheit beschäftigt haben…“


Rückblick auf die LUKi-Emailumfrage

Von April bis Ende Juli 2003 verschickte LUKi einige hundert Mails an kirchliche Institutionen, Gemeinden, Verbände und Einzelpersonen. Gefragt wurde, ob Linux bereits bekannt oder schon eingesetzt wird bzw. ob man an einen Einsatz von Linux in naher Zukunft denkt.

Der Rücklauf der Emailaktion war glücklicherweise so, dass sie nicht als Flopp gewertet werden musste ;-).

Aus den ca. 50 Antworten, die wir erhielten, lässt sich zumindest der Ist-Stand in  den Beziehungen IT-Landschaft der Kirchen und Linux ablesen. Ich werte die Antworten so, dass

  • der Informationsbedarf in Sachen Linux-Kirche weiterhin immens hoch ist
  • die gängigen Vorurteile Linux gegenüber immer noch lebendig sind und z.T. einen Einsatz von Linux verhindern
  • sich die meisten kirchlichen Mitarbeiter von PC, EDV, Windows und Linux generell überfordert fühlen

Linux in die KirchenIch möchte hier einige repräsentative bzw. typische Aussagen einfach einmal zitieren, so dass sich jede/r selbst ein Bild machen kann. Auch wenn die Beiträge in ihrer Summe immer noch umfangreich genug sind, lohnt sich doch eine Durchsicht, finde ich.


„Ich persönlich habe zu Testzwecken vor kurzem die SuSE Version 7.3 installiert. Als Netzwerk- u. Internet-Betriebssystem ist Linux sehr gut einzusetzen, aber als Desktop-Plattform sehr gewöhnungsbedürftig und eigentlich nur für den versierten Anwender interessant.“

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„Die Chancen dafür sehe ich eher gering, da die meisten Partner, mit denen wir kommunizieren, MS-Windows bzw. deren Office-Programme benutzen. Eine Kompatibilität wäre dann wohl nicht mehr gewährleistet.“

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„Im bayerischen Diözesannetz, welches die (Erz-)Diözesen Eichstätt, München, Regensburg, Bamberg und Würzburg umfasst, wird Linux bereits im Server-Bereich (u.a. auf Mailservern, Webservern, LDAP) als RedHat oder SuSE-Linux mit grossem Erfolg eingesetzt. Besonders hervorzuheben ist dabei die hohe Systemstabilität. Derzeit werden Ansätze diskutiert, Linux und/oder Open Source Produkte auch am Desktop einzuführen, um die immer stärkere Verquickung von Betriebssystem und Software (auch aus Sicherheitsgründen) zu vermeiden und der Update-Mühle bekannter kommerzieller Softwarevertreiber zu entrinnen. Bei neuen client-basierenden Anwendungen legen wir Wert darauf, daß die SW mindestens alternativ unter Linux betreibbar ist.“

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„> Setzen Sie Linux und/oder Open Source Software bereits ein?
Nein, leider nicht. Und da unsere zeit tatsächlich knapp bemessen ist, werden wir nicht groß rumexperimentieren damit. Aber, wenn es tadellos und fehlerfrei laufen sollte und auch intuitiv bedienbar wäre – wie windows – wäre ich dabei.
> Falls ja, wo und wie sind Ihre Erfahrungen damit?
Wir wollten vor 3 jahren mal ein Internetcafe aufbauen… Es war ein 386 und 4 486 – das ist letztlich in die Hose gegangen, obwohl ein Linux Spezialist (Olaf Eimecke, Osnabrück) sich darum bemühte.
> Falls nein: stand oder steht eine Entscheidung für Linux bereits an?
Nein, zur Zeit nicht. Grundsätzlich begrüße ich die open-source Geschichte aber. Und wie gesagt, wenn jemand aus meinem Bekanntenkreis mich davon überzeugen könnte, die Installation vollautomatisch wäre, und die Kompatibilität zu allen gängigen Progis in allen Bereichen (Textverarbeitung, Audio, Video, Grafik, Internet) gewährleistet wäre, wär ich dabei und würde es dann auch meinen Kollegen aufspielen. “ +++

„bzgl ihrer Umfrage, kann ich ihnen nur mitteilen, dass bei uns im Hause keine Linux- oder andere Open-Source-Software eingesetzt wird. Erfahrungen wurden keine gemacht und es besteht auch kein detailiertes Wissens über Zweck und Möglichkeiten solcher Software. Wenn Sie hierzu etwas zusammengestellt haben, lassen Sie es uns wissen.“ +++

„Das Problem ist lediglich eine Zeitfrage. Wenn die blöde MS-Monokultur nicht so bequem wäre, dann wäre ich schon längst umgestiegen. Es ist aber ein eigener kleiner Webserver angedacht, und der wird dann sicher auf Linux laufen. “ +++

„Es wurde mal überlegt, auf Linux umzusteigen. Das wurde aber in unserm Büro vorläufig verworfen, einmal wegen zu erwartender Schwierigkeiten oder Kosten bei der Umrüstung des Netzwerks und der Workstations und bei den hier verwendeten Programmen, zum andern wegen der vermuteten Bediener-Problemen, da wir keinen EDV-Fachmann haben, sondern selbst alles nur Laien auf diesem Gebiet sind, die froh sind, wenn die normalen Programme und die Hardware störungsfrei arbeiten.
> Wie sehen Sie selber die Möglichkeiten, Linux auf Ihren Rechner einzusetzen?
Kann ich mir für unser Haus schon vorstellen und habe auch schon allerhand Gutes darüber gehört. Beim Kauf von Computern bekommt man aber zwangsläufig meist ein Microsoft- oder Mac-Betriebssystem mitgeliefert. Dabei bleibt es dann in der Regel, zumal wenn man für ein Betriebssystem noch einmal zusätzlich Geld ausgeben soll. “ +++

„Als Verantwortlicher für den IT-Bereich bei unserer Organisation habe ich früher zwar schon verschiedene LINUX Versionen getestet, fand diese aber nicht sonderlich geeignet für den Einsatz in unserem Hause da wir z.B. noch eine Datenbankapplikation im Einsatz haben, deren Frontend noch unter DOS läuft.
Zur Zeit sind allerdings Überlegungen im Gange eine neue Software zur Projektverwaltung einzusetzen. Diese soll nach Möglichkeit Plattform- und Betriebssystem unabhängig sein. Daher kann ich mir durchaus vorstellen in Zukunft auch in unserem Hause LINUX einzusetzen. Dabei ist es allerdings notwendig, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen keine zu gravierenden Änderungen in der Handhabe der eingesetzten SW haben.“ +++

Für Freie Software
Für Freie Software

Mit großen Interesse habe ich Ihre Mail gelesen. Das Thema Linux wurde bei uns im Rahmen der Einfürhung unseres Intranets vor längerer Zeit diskutiert. Aufgrund fehlender Erfahrungen und geeigneten Kooperationspartnern haben wir uns dann für Win NT und den IIS entschieden. Aktuell wird bei uns Open BSD als Gateway für das Intranet eingesetzt. Grundsätzlich stehen wir dem Open Source-Gedanken aufgeschlossen gegenüber.“ +++

„Meiner Meinung nach hat Linux sicherlich gute Chancen, sich im Server-Markt durchzusetzen, das Marketing für den PC-Bereich hingegen empfand ich als nicht vorhanden und unglücklich angelegt. Außerdem war die Installation von Linux für den Einzel-PC bisher zu wenig komfortabel.“ +++

„Zu Hause arbeite ich fast ausschließlich unter RedHat 7.1. Mich ärgert oft die schlechte Geräteunterstützung (Drucker, Scanner). Aber ich weiß auch, dass Linux nichts dafür kann. Besonders im Bereich „Web-Programmierung“ (PHP, MySQL) ist Linux aber unschlagbar. Ich tue – außer scannen – eigentlich alles unter Linux. Und die eine oder andere Denkfalte nehme ich für den Gedanken dder freien Software in Kauf.
> Wie sehen Sie selber die Möglichkeiten, Linux auf Ihren Rechnern einzusetzen?
Ich wünsche mir für die Zukunft, dass unsere Kirchengemeinde komplett zu Linux wechselt. Aber diese Vision liegt noch in einiger Entfernung. Nicht zuletzt durch die Monokultur „MAUS“. Außerdem muss Linux erst noch in das Bewusstsein der Mitarbeiter dringen. (Daran könntet ihr ja arbeiten.) Eine Hemmschwelle ist weiterhin, dass man zur Administration einen Experten braucht, den nicht jede Kirchengemeinde hat. “ +++

„Linux in der Gemeindearbeit? Es ist zermürbende Überzeugungsarbeit, die einzeln, von Mensch zu Mensch geschehen muss. Ich hab’s aufgegeben und freue mich, dass ich nicht vom reichsten Mann der Welt abhängig bin 🙂 “ +++

„> Wie sehen Sie selber die Möglichkeiten, Linux auf Ihren Rechner einzusetzen?
Sofort, wenn Windows-Programme wie Outlook, ActiveSync Frontpage usw. laufen. (Lindows) “ „Gründe, warum ich bisher Linux nicht fest installiert habe (obwohl SuSE 7.1 im Regal steht): – es gibt noch zuviele Windows-Anwendungen, die verschiedene Nutzer des PCs verwenden
– nicht alle Programme gibt es vergleichbar in Linux> es gibt zwar ähnliche oder sogar bessere, die aber neu angeschafft werden müssten bzw. in die sich die Nutzer erst neu einarbeiten müssten
– mit zwei Betriebssystemen auf einem Rechner zu arbeiten, erscheint mir zu umständlich.“ +++

„wie hunderte andere gemeinden und christliche werke setzen wir optigem als software ein. (www.optigem.de) dabei möchten wir auch bleiben. aber wir würden uns auf lange sicht (vielleicht vier jahre) sehr darüber freuen, wenn wir die möglichkeit hätten mit diesem programm unter linux zu arbeiten. ich kann mir vorstellen das herr krallmann (chef und hauptansprechparter der firma) bei interresse mit diesem projekt starten würde. probleme von word auf staroffice umzusteigen hätte ich überhaupt keine. optigem müßte dann natürlich auch damit zusammenarbeiten. “ +++


Software-Patente

Auf mindestens einem Auge blind…

Dass wir von LUKi uns gegen Softwarepatente stark machen, ist klar. So sind einige von uns den Aufrufen von NoSoftwarepatents.com bzw. dem Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur gefolgt und haben Protestfaxe an Abgeordnete und Regierungsstellen geschickt.

Was eher selten ist: Rainer Schmitz hat sogar eine Antwort bekommen…

… und zwar vom Bundesjustizministerium. Die Originaldokumente als Paket gibt es hier zum Herunterladen (ZIP, 59 Kb).

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