Offene Bibel für den Webfish nominiert

„Der EKD-Internet Award WebFish ist eine Auszeichnung des Gemeinschaftswerks der evangelischen Publizistik und der EKD von besonders gelungenen christlichen Internet-Angeboten.“ (Quelle: webfish.de)

Eine Jury mit neun Expertinnen und Experten aus den Bereichen Kirche, Medien und Design hat auf der Grundlage der Auswahlkriterien Gestaltungen, Informationsgehalt und technische Realisierung zehn Webangebote, darunter die Offene Bibel, ausgewählt.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Webfish ist mit der Offenen Bibel einwaschechtes OpenSource-Projekt nominiert worden. Ein Grund mehr ab dem 15.2.11 auf webfish.de an der öffentlichen Abstimmung teil zu nehmen.

Über die Offene Bibel

Die Geburtsstunde der Offenen Bibel fällt wohl nicht zufällig auf den Tag an dem ich den LUKi kennenlernte.

Als ich auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Bremen 2009 auf dem Markt der Möglichkeiten Uli traf und wir über Glauben, Kirche und Linux sprachen, kamen wir auch auf das Thema Bibelsoftware. Die unter Linux nutzbaren Bibelprogramme (etwa BibleTime oder Xiphos) sind  für Bibelstudium gut verwendbar. Allerdings gibt es für freie Bibelprogramme keine neueren Bibelübersetzungen, da das Copyright bei den Bibelwerken- und gesellschaften liegt. Aus diesem Gespräch entwickelte sich in den nächsten Tagen eine Idee und schließlich ein Projekt: Die Offene Bibel – eine moderne Bibelübersetzung unter einer freien Lizenz.

Die Offene Bibel arbeitet mit den Mitteln des Web 2.0 an einer neuen ökumenischen, wissenschaftlich fundierten Übersetzung unter einer freien Lizenz, bei der auch Menschen ohne hebräische/griechische Sprachkenntnisse mitübersetzen können. Durch zwei Fassungen ist diese Übersetzung sowohl genau am Urtext (mit Übersetzungsvarianten!), als auch gut verständlich. Die freie Lizenz gewährleistet, dass alle Menschen unsere Übersetzung weiterverwenden können, sei es als selbst produziertes Hörspiel, als Bibellese auf der eigenen Internetseite oder als Buch. Wir möchten die Bibel durch unsere Übersetzung für noch mehr Menschen zugänglich machen und es ermöglichen, dass jede Generation ihre eigene Bibelübersetzung erstellen kann, auch ohne die Ursprachen beherrschen zu müssen. (Bewerbungstext der Offenen Bibel beim Webfish)

Screenshot der Studienfassung
Studienfassung der Offenen Bibel

Die erste Fassung (Studienfassung) wird direkt aus dem hebräischen bzw. griechischen Urtext übersetzt und bietet durch ihre Übersetzungsvarianten dem interessierten Laien einen besseren Überblick als viele Bibelübersetzungen nebeneinander. Dadurch können auch Menschen ohne entsprechende Sprachkenntnisse so nah an die Urtexte der Bibel, wie nie zuvor. Durch Anmerkungen und Fußnoten bietet die Studienfassung gleichzeitig Theologinnen und Theologen einen schnellen Überblick über den Text, der teilweise sogar einzelne Wendungen des Urtextes erkennen lässt.

Die zweite Fassung (Lesefassung) ist für alle gedacht, die eine moderne, wissenschaftlich fundierte, aber vor allem lesbare Bibelübersetzung haben möchten. Die Lesefassung basiert zu hundert Prozent auf der Studienfassung, sodass jede und jeder Interessierte an diesem Text mitwirken kann. Sie soll flüssig lesbar und einfach verständlich sein, sodass sie auch gut vorgelesen werden kann.

Da die Offene Bibel auf freiwillige Übersetzer zurückgreift, wird die Bibel nicht linear von vorne nach hinten oder buchweise übersetzt, sondern alle Freiwilligen stellen meist die Übersetzungen ein, die sie im Studium oder in der Gemeindepraxis sowieso schon erarbeitet haben. Durch unser Übersetzungswiki kann die eigene Arbeit schnell und unkompliziert eingetragen werden.

Im Moment sind erst eine Hand voll biblische Bücher komplett in die Studienfassung übersetzt worden, alles in allem etwa 70 Kapitel sowie diverse Einzelverse und Teilkapitel.

Durch ein ausgeklügeltes Qualitätsmanagement können Kapitel so lange verbessert werden, bis sie reif dazu sind in die Lesefassung übersetzt zu werden. Zum jetzigen Zeitpunkt arbeiten wir intensiv daran das Buch Jona und den Jakobusbrief auf diesen Status zu bringen.

In der nächsten Zeit soll es auch die Möglichkeit geben eine „eigene Fassung“ von einem Kapitel zu schreiben. In ferner Zukunft soll es auch einen Kommentar zu den einzelnen Kapiteln geben, der den Leserinnen und Lesern Hintergründe verdeutlicht und weitere Informationen bereit stellt.

Auf dem Kirchentag 2011 in Dresden werden wir (nachdem uns der LUKi e.V. auf dem ökumenischen Kirchentag in München eine Möglichkeit gegeben hat an ihrem Stand zu partizipieren – Danke nochmal!) einen eigenen Stand auf dem Markt der Möglichkeiten haben (F2 B01) und suchen dafür – wie ich der LUKi – noch Sponsoren.

Wolfgang Loest

Vikar in der lippischen Kirchengemeinde Wöbbel, LUKi-Mitglied seit Oktober 2009, Projektleiter der Offenen Bibel, SocialMedia-Addict, seit 2001 in der Unix/Linux-Welt unterwegs, bloggt unter http://erloest.wordpress.com

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