170 Windows-PC wegen Virenbefall weggeworfen

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Zunächst zu den Fakten: Vorgestern meldete die Ostsee-Zeitung, dass das Schweriner Bildungsministerium im vergangenen Jahr 170 mit dem „Conficker„-Wurm verseuchte Windows-PC nicht entwanzen, sondern kurzerhand verschrotten und durch neue PC ersetzen ließ.

Da könnte man zunächst an einen verspäteten April-Scherz denken, dennoch scheint die Meldung echt zu sein, jedenfalls brachten verschiedene Online-Medien diese Meldung. Auf der Seite des Schweriner Ministeriums findet sich aktuell keine Stellungnahme dazu. Allerdings rügte der Rechnungshof des Landes Mecklenburg-Vorpommern in seinem Rechnungsbericht:

„Die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit nach dem Virenbefall erfolgte durch eine Neubeschaffung von 170 Arbeitsplatz-PC für ca. 146.500 Euro zuzüglich weiterer Kosten für Installationsleistungen. Die Ursache für den Virenbefall blieb ungeklärt, Alternativen zur Neubeschaffung wurden nicht ernsthaft geprüft.“

Die Ostsee-Zeitung beziffert die Gesamtkosten für den Steuerzahler mit 187 300 Euro. Diese Zahl übernahmen auch die meisten Online-Medien. Darin unberücksichtigt bleibt der Wert der verschrotteten PCs, die z.T. neuwertig gewesen sein sollen, sowie die Kosten der Entsorgung selbst.
Der tatsächliche Schaden für den Steuerzahler dürfte also weitaus höher gewesen sein.

Für mich als Linux-Benutzer ist der Fall natürlich doppelt ärgerlich: unter Linux hätte man diese 170 PC wenigstens einer sinnvollen Nutzung zuführen können, etwa im Schulbereich. Aber dieser Vorfall zeigt für mich vor allem auch zweierlei:

1) Windows bleibt ein gefährdetes und gefährliches System. Mit den neuen Versionen Windows 7 und aktuell Windows 8 wurde bestenfalls nachgebessert. Die Grundproblematik, dass Windows leicht korrumpierbar ist, bleibt leider bestehen.

2) In staatlichen und kirchlichen Behörden sind die tatsächlichen Entscheider im Bereich IT und IT-Sicherheit mit der Materie anscheinend oft hoffnungslos überfordert. Oftmals werden bei fehlendem Knowhow noch nicht einmal fachlich gute Berater hinzugezogen, wie es das Beispiel Schwerin ja offensichtlich zeigt.

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Ich denke, speziell die Kirchen wären gut beraten, Linux in ihrem IT- und IT-Sicherheitskonzept (man kann beides ja nicht auseinander denken!) endlich eine Chance zu geben.

Dass dies eines Tages wirklich passiert, dafür sind wir, ist diese Webseite, dafür ist LUKi e.V. da!

Ulrich Berens

Mein Name ist Ulrich Berens, ich bin einer der Gründer von LUKi. Nicht nur privat, sondern auch dienstlich benutze ich seit 1998 Linux und beweise damit, dass sich Linux in einem kirchlichen Büro problemlos einsetzen lässt. Auf Twitter bin ich privat als @infoleck unterwegs. Mein privater Blog findet sich unter: www.berens.net und mein Fotoblog unter: www.ulrich-berens.de. Berufliches findet sich unter familienseelsorge.de und neue-gespraeche.de.

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