Leere Seite nach Nextcloud-Update

Zuhause betreibe ich auf einem Raspberry-Pi 3 eine Nextcloud-Instanz für meine Familie. Einerseits als sicherer Dropbox-Ersatz, andererseits für den die persönlichen Kalender, den Familien-Kalender und die diversen Adressbücher. Außerdem werden die Notizen synchronisiert und ein paar weitere Kleinigkeiten. Das ganze funktioniert wunderbar. Seit dem Fork von Owncloud zu Nextcloud sind auch die Updates alle glatt gelaufen. Bis zu dieser Woche.

Ich wollte von Version 11.04 zu Version 12.02 updaten. Also habe ich ein Backup gemacht und das Update angestoßen. Alles lief gut durch, am Ende gab es lediglich eine Warnung, dass die app notifications nicht aktiviert werden konnten. Das hat mich aber nicht weiter gestört, weil ich das nicht brauche.

Das böse Erwachen kam beim ersten Aufruf der Nextcloud-Seite im Browser: Da war nur eine leere Seite! Eine vernünftige Fehlermeldung habe ich dann erst mal nicht gefunden. Was also tun? Der Server muss laufen, sonst gibt es Ärger mit der Familie. Die Notlösung war die Wiederherstellung der Version 11.04, die lief dann auch gleich wieder prima. Aber das war natürlich keine richtige Lösung. Also habe ich weiter rum probiert. Den nächsten Versuch habe ich nicht mit dem Web-Updater aus dem Admin-Menü gemacht, sondern komplett von Hand.

Ich habe also das neue Nextcloud-Archiv her unter geladen, den Inhalt dann über die alte Installation kopiert und die Installation auf der Konsole abgeschlossen. Und dann hat es tatsächlich funktioniert. Die Nextcloud-Seite wurde angezeigt und ich konnte mich anmelden. Im Admin-Zugang gab es dann aber Warnungen: Zum einen musste ich in der php.ini einige Einträge für den Memcache aktivieren, zum anderen hat die Codeüberprüfung Fehlermeldungen gebracht. Es gab jede Menge zusätzlicher Dateien, die nicht in der Datenbank waren und nicht überprüft werden konnten.

Na gut, immerhin lief der Server. Die php.ini Einträge habe ich als Erstes aktiviert und dann habe ich mir die Liste der zusätzlichen Dateien angeschaut. Es waren alles offensichtlich Überreste der vorherigen Nextcloud-Version. Der Weg-Updater hatte die weggeputzt, meine manuelles Update hatte sie da gelassen (da war ich einfach den diversen Beschreibungen nicht gefolgt). Ich habe dann mühsam die lange Liste der zusätzlichen Dateien abgearbeitet und sie alle gelöscht. Prompt war meine leere Seite wieder da. Mist!

Also noch mal ran: Ich habe mir die Liste der zusätzlichen Dateien angeschaut und da ist mir eine Datei aufgefallen:
nextcloud/lib/private/Memcache/APC.php

Die hatte ja auch was mit dem Memcache zu tun. Also habe ich die kurzerhand aus der Sicherung in die aktuelle Nextcloud-Instanz kopiert, den Webserver neu gestartet und schon lief alles wieder. Bis auf die Warnung wegen Code-Überprüfung. Nach einer Websuche habe ich dann in der Nextcloud-Dokumentation die Lösung gefunden. Offensichtlich setzt Nextcloud für einfache Instanzen mittlerweile auf APCu und bei mir war noch APC aktiviert. Nachdem ich das passende Debian-Paket php-apcu installiert, die zusätzliche Datei APC.php wieder gelöscht, die config/config.php angepasst und den Webserver neu gestartet hatte, lief dann endlich alles endlich wieder rund: die Nextcloud-Seite wird angezeigt, ich kann mich anmelden und es gibt keine Warnungen mehr.

Wenn ihr also bei Nextcloud nach einem Update vor einer leeren Seite sitzt, dann kontrolliert mal, ob mit den Memcache-Einstellungen alles stimmt und ob die richtigen Dateien installiert sind.

HelmutWillems

Gemeindereferent, arbeitet seit den 90er Jahren mit Linux, begeisterter Alltags-Radler, Kassierer bei LUKi e.V.

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