Warum ich Mitglied geworden bin

Menschen am Tisch mit Laptops vorsich schauen gemeinsam in eine Richtung.

Auf der LUKi-Mailingliste habe ich im Vorfeld des Katholikentages dies geschrieben:

Liebe LUKis!

Beitragen kann ich zu Linux und technischen Dingen nichts, aber ich mag Teilen und offene Quellen. Den Verein hatte ich einige Jahre im Blick, bevor ich eingetreten bin. Bis dahin konnte ich einige Mitglieder kennenlernen. Mich überzeugt die im guten Sinne christliche Art miteinander und mit der Öffentlichkeit umzugehen.

Als Gemeindereferentin im kirchlichen Dienst bin ich im beruflichen Felde als irgendwie alternativ bekannt. Man weiß, dass ich Linux nutze. Ich rede davon. Was ich weiß und kann, habe ich im LUKi e.V. und dessen Umfeld gelernt. Hier kann ich alles fragen. Ich bekomme Antworten. Manchen Gesprächen kann ich nicht folgen, weil sie mir zu fremd sind. Ich kenne nicht diese ganzen Worte, die man so als Nerd benutzt. Und vor der Konsole habe ich immer noch viel Respekt. Aber ich weiß, dass ich meinen Beitrag zu Themen leiste, die uns allen wichtig sind.

Mit euch LUKis im Rücken habe ich Facebook und WhatsApp hinter mir gelassen und bewege mich im freien Feld. Den Kollegen und Kolleginnen erzähle ich davon. Meine Familie weiß Bescheid. Der Eine oder die Andere gehen den Weg mit oder denken drüber nach oder diskutieren mit mir oder was auch immer. Es ist Bewegung zu spüren.

Im Bistum Essen ist man zwar komplett auf Windows und die Telekom eingestellt (und nutzt zu meinem Entsetzen typo3, was sich für Barrierefreiheit nur mit großer Mühe eignet), aber die IT-Abteilung kennt mich auch schon, so dass manche Gespräche überraschend verlaufen. Ich kann sagen, dass die IT-Abteilung des Bistums Essen personell viel zu schwach besetzt ist und das die Kollegen und Kolleginnen dort gut miteinander arbeiten und von Zeit zu Zeit auch für mein Reden über Linux ein offenes Ohr haben.

Auf Pfarreiebene dominieren die Mailausdrucker und Digital-Analphabeten die Szene. Die müssen damit leben, dass ich mittlerweile nicht mehr zur Verfügung stehe, wenn an irgendeinem Windows-Rechner was nicht klappt. Ihnen fehlt es an Erfahrung im Umgang mit Open Source (in jeder Hinsicht; wir sind auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit keine Digital Natives). Zur Zeit gibt es einen Mini-Kreis aus einem Kirchenvorstandsmitglied, einem evangelischen jungen Mann und mir, die gemeinsam an Möglichkeiten für einen Gemeindeserver denken. Erster Schritt: Wir nutzen XMPP.

Liebe Experten unter den LUKis! Ihr braucht auch Menschen, die kein Hochsprech beherrschen. Wir kleinen Leute im Verein übersetzen das was sie verstehen in eine Sprache, die andere kleine Leute verstehen können. Als Aktivistin für Inklusion bin ich lange Wege und geduldiges Beharren gewohnt. Darum sehe ich mich in unserem Verein gut aufgehoben. Denn Gemeinschaft ist auch ein wichtiger Punkt. Das Austragen von Konflikten gelingt hier vorbildlich (manchmal stockt mir der Atem bei Formulierungen, die auf digitalem Weg leicht missinterpretiert werden können; bist jetzt ist nach meiner Beobachtung bei jedem Konflikt was Brauchbares rausgekommen und ich konnte beim Mitlesen viel lernen).

Mattermost finde ich super für unseren Austausch.

#Inklusion #katholisch #unbeherrscht

Herzliche Grüße aus der Provinz,

Dorothee

P.S.: Open Source denke ich immer wörtlich übersetzt: Offene Quellen. Ein herrlicher Gedanke in jedem Kontext.

Thorn

Gemeindereferentin im Bistum Essen. Mit folgenden Themen lass ich mich ködern: Finnland, Jazz, Krimis, Kunst, Musik, Science Fiction. Beruflich im Büro für Inklusion und Teilhabe. Privat zu lesen auf 793 km Rhein

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Ein Kommentar zu “Warum ich Mitglied geworden bin

  1. Oh, da fällt mir auf, was ich schon lange befürchtet hab: Ich bin offenbar nicht mehr auf der Mailingliste, zumindest einer der beiden. Jedenfalls hab ich diese Mail nicht gekriegt…

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