Bericht der Vorsitzenden 2020

Aufkleber für den Katholikentag

Wir haben in diesem Vereinsjahr weiter an dem Ausbau der Bereitstellung freier Software für die Öffentlichkeit, insbesondere in Anwendung auf kirchliche Belange, gearbeitet. Das ist am eindrucksvollsten an Mastodon und Matrix zu sehen. Dank kleiner und großer Spenden, die ausnahmslos von Privaten und nicht aus Fördertöpfen der Kirchen stammen, können wir diese Dienste kostenfrei anbieten. Diese Spenden und unsere Mitglieder finanzieren das Hosting. Wir lernen gemeinsam, wie quelloffene Software installiert, an bestimmte Belange angepasst und angewandt werden kann.

In diesem Jahr hat uns das Finanzamt Bochum die Gemeinnützigkeit bestätigt.

Unsere Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen musste aus bekannten Gründen ausfallen. Auch unsere Vereinsversammlung kann nur online stattfinden, was wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge erleben:

Wir wenden unsere Wege und Mittel an und haben viel Freude, wenn alles gut funktioniert.

Aber die jährliche Vereinsversammlung ist auch eine Gelegenheit, Zeit miteinander zu verbringen. Wer dabei war, schätzt unsere offene und freundliche Art, eine Spielwiese christlicher Kultur, eine Quelle für die, die in ihren Kirchen pastoral tätig sind. Wir konnten einander kennenlernen, von Mensch zu Mensch. Und – ja – auch wir halten die persönliche Begegnung für unverzichtbar und freuen uns auf ein Wiedersehen, das hoffentlich beim Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt 2021 sein wird.

Herausforderungen

Datenschutzgesetzverordnung und Vereinsrecht.

Wir können unser Wissen bündeln und haben in unseren Reihen Experten. Aber wir arbeiten hier ehrenamtlich und geraten an Grenzen. Ob wir in Zukunft ohne professionelle und damit auch bezahlte Hilfe auskommen werden? Was wir beitragen, geschieht in der Regel vor einem professionellen Hintergrund. Aber wir haben keine Vollzeitstellen für DGSVO und KDO.

Programmierung.

Auch Programmierer arbeiten in unseren Reihen. Sie sind im Hauptberuf Programmierer oder haben sich Kenntnisse angeeignet, arbeiten aber in einem fachfremden Hauptberuf. Unser Ziel ist laut Satzung nicht, Programme zur Verfügung zur stellen, aber wir haben in diesen Jahren eine Möglichkeit gesehen, die Anwendungsmöglichkeiten von quelloffener Software auszuloten und den Beweis zu liefern: Sie funktioniert.

Augenhöhe.

Durch die wertvolle Arbeit der oben genannten Vereinsmitglieder droht eine Schieflage in der Selbstwahrnehmung der Mitglieder im Verein, die vermeintlich nichts beitragen. Wir mussten in diesem Jahr sogar Austritte hinnehmen, weil Mitglieder nicht im Verein bleiben wollten, wenn sie nichts beitragen können. Das respektiert der Vorstand, bedauert es aber sehr. Alle Mensch sind gleich viel wert. Wir wollen alle im Verein haben, die an unseren Zielen interessiert sind. Wie wir vereinsintern Aufgaben und Kommunikation verbessern können, könnte eines der Themen in Zukunft sein.

Präsentation während der Vereinsversammlung

Dorothee Janssen

Dorothee Janssen, Gemeindereferentin im Bistum Essen. Mit folgenden Themen lass ich mich ködern: Finnland, Garten, Jazz, Museum, Musik, Science Fiction. Beruflich im Büro für Inklusion & Teilhabe. Privat zu lesen auf 793 km Rhein

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Ein Kommentar zu “Bericht der Vorsitzenden 2020

  1. Liebe Dorothee,
    du bezeichnest die Anwendung der Datenschutzgesetze und -verordnungen als große, vielleicht manchmal zu große Herausforderung. Ich vermute, dass ein Teil dieser Herausforderung mit speziellen Fragen zu tun hat, die aus der Verantwortung als Diensteanbieter für synod.im, kirche.social etc. entstehen. Ich denke aber auch, dass die grundlegende Herausforderung „Datenschutzrecht“ nicht nur im Vorstand des LUKi e.V. auftaucht, sondern in vielen Leitungsgremien von Vereinen, Kirchengemeinden etc. Zumindest nehme ich das in Fragen aus den 333 Kirchengemeinden, die ich beim Datenschutz beraten darf, ebenfalls wahr. Meiner Meinung nach hat das nicht nur mit der Komplexität des Rechts zu tun, sondern auch mit Digitalisierungsprozessen. Digitalisierung macht Vieles leichter, führt aber auch dazu, dass Fragen, die früher nur für Experten in Unternehmen oder Landeskirchenämtern / Bistümern relevant waren, auf einmal auch in kleinen Vereinen und Kirchengemeinden auftauchen.

    Wie gehen wir in Kirche und Gesellschaft damit um? Wenn sich nur noch Menschen mit besonderen technischen und rechtlichen Kenntnissen in Leitungsämter trauen oder wenn kleine Einrichtungen (zu) viel Geld für Beratungsleistungen ausgeben müssten, würde eine Welt entstehen, in der ich als Datenschutzbeauftragter vielleicht gut leben könnte, aber persönlich nicht leben will.

    Du schreibst „Wir wollen alle im Verein haben, die an unseren Zielen interessiert sind.“ Welche Ziele verfolgen wir? Im LibreChurch-Projekt versuchen wir, Lösungen bereitzustellen, bei denen viele technische und rechtliche Fragen geklärt sind. Das ist und bleibt hilfreich. Aber vielleicht müssen wir noch lernen, offene Fragen auszuhalten. Vielleicht müssen wir lernen, technische und rechtliche Fragen nicht nur in Expertenrunden zu klären, sondern mit vielen Beteiligten, die ganz unterschiedliche Kenntnisse ins Gespräch einbringen. Als Datenschutzexperte glaube ich, dass zur nachhaltigen Lösung vieler Probleme sowieso nicht nur Technikgestaltung und Rechtstexte, sondern auch die Sensibilisierung von Techniknutzer:innen gehört.

    „Die Förderung der Volksbildung“ steht als erster Vereinszweck in der LUKi-Satzung. Vielleicht kann der LUKi e.V. dazu nicht nur Lösungen beitragen, sondern auch Raum für Fragen bieten, die uns im LUKi e.V. genauso wie Menschen in anderen Vereinen, Gemeinden etc. überfordern. Ich danke dir für deinen Bericht, in dem du auch solche Fragen ausgesprochen hast.

    Christian Brecheis

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