LUKi-Treffen ’11: Die LUKis im Workshop-Marathon

Unser Tagungsraum in der JH

Es war wieder LUKi-Treffen – und was für eins! Ganz nach dem Motto „content is king“ standen vor allem am Samstag zahlreiche Vorträge und Workshops im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens in der JH Bad Hersfeld, das für jeden etwas und inhaltlich Neues und Interessantes aus dem Bereich Freier Software und ihrer ganz praktischen Anwendung bot. Ein Novum war Live-Streaming der gehaltenen Vorträge und Präsentationen ins Netz: Reaktionen aus Buenos Aires und Berlin per Email und Twitter zeigten, dass zumindest das Live-Bild ankam – den dazugehörenden Ton verschluckte die Technik leider noch manchmal…

Aber gute Berichte fangen ja immer von vorne an und so soll es hier auch sein 😉

Es waren LUKis aus NRW, Bayern, BaWü, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und aus Brandenburg nach Bad Hersfeld angereist; auch von der Konfessionszugehörigkeit war es bunt gemischt (was beweist, dass der Computer bei uns ein Medium der Ökumene ist).
Da glücklicherweise immer wieder neue Gesichter bei LUKi-Treffen dabei sind, begann auch in diesem Jahr das Treffen am Freitag Abend – nach dem Aufbau des wie immer beeindruckenden Computer- und Netzwerk-Equipments – mit einer längeren Runde, in der jeder sich mit seiner „Linux Geschichte“ vorstellen konnte.
Große Aufmerksamkeit galt am Beginn der Anbindung ans Netz: da jedoch die JH für eine Stunde WLAN 2 Euro haben wollte (warum wird eigentlich bei solchen Preisen überhaupt mit der Möglichkeit eines WLANs geworben?), entschieden wir uns für eine günstigere UMTS-Anbindung (Stromi). Und im Großen und Ganzen hielt diese Verbindung auch unseren doch etwas höheren Anforderungen stand.

Nach dieser ersten Runde wurden die Themen für die Workshops und Vorträge am Samstag besprochen und auf einem Whiteboard festgehalten. Der Rest des Abends klang bei Fachsimpeleien, einem Bierchen und dem Begutachten der mitgebrachten, sehr unterschiedlichen Tablet-Computer aus. Gesichtet wurden: ein Acer Iconia, ein WeTab, ein HP TouchPad und Archos-Tablets.

Tagungsraum
Manche konnten selbst in den Pausen nicht aufhören...

Am Samstag Morgen begrüßten wir mit Theo Zoller noch einen Neuankömmling in der Runde, und dann starteten gleich unsere Themenblöcke – mit dem von Wolfgang Loest eingerichteten und per Twitter promoteten Video-Live-Stream ins Netz.
Zu Beginn zeigte Georg die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von SugarCRM in einer Kirchengemeinde. Eigentlich im Business-Umfeld angesiedelt, lassen sich mit dieser webbasierten Software gut auch die Erfordernisse einer Kirchengemeinde abbilden und bedienen. Die flexibel anpassbaren Masken, die Verknüpfbarkeit der Informationen (Personen, Aufgaben und Ressourcen) und die universellen Einsatzmöglichkeiten machen dieses CRM-Tool für Kirchengemeinden interessant.

Gleich im Anschluss daran berichtete Helmut davon, wie im Intranet seiner Gemeinde, eine einfach WordPress-Installation zu einer digitalen Pinnwand mutiert, an der nützliche Informationen, Hinweise, Tipps oder auch Erinnerungen gepostet werden können. Eine einfache und auch pfiffige Möglichkeit, um mit wenig Aufwand die allgegenwärtigen „kleinen gelben Zettel“ durch eine flexible Memo-Lösung für alle zu ersetzen.

Den Abschluss des Themenpools am Vormittag machte Wolfgang, in dem er uns zeigte, wie mit der LUKi-Installation von Tine 2.0 der Google-Calendar von Android-Smartphones ersetzt werden kann. Da die Android-Smartphone-Dichte bei jedem LUKi-Treffen zunimmt, stieß dieses Thema natürlich auf großes Interesse und konnte vor allem sofort auch praktisch am eigenen Androiden ausprobiert werden.

Gemeindebrief: erstellt mit Freier Software

Nach der Mittagspause gab uns Peter einen Überblick über die verschiedenen Dienste und Anbieter im Bereich dessen, was derzeit als „Cloud Computing“ in aller Munde ist. Er definierte die Sicherheit eines Cloud-Dienstes über folgende essentielle Eigenschaften: Vertraulichkeit – Verfügbarkeit – Integrität. Er sparte auch nicht mit kritischen Anmerkungen insbesondere, was die Gewährleistung der Vertraulichkeit bei einigen Anbietern betrifft. Sein Fazit war: Cloud-Dienste mit Freier Software selbstgehostet selbst betreiben!

Wolfgangs zweite Session erklärte, wie man die freie DTP-Software Scribus so anpassen und benutzen kann, dass am Ende ein druckereikonformes (Stichwort CMYK-Umwandlung) Dokument herauskommt. Sigi ergänzte Wolfgangs Ausführungen und hatte auch gleich einen fertigen, vollfarbigen, mit Scribus erstellten Gemeindebrief dabei – ein lebender Beweis dafür, dass sich Freie Software und Professionalität nicht ausschließen.

Tagungsraum
Tagungsraum: reichlich Kabelgewirr

Theos Beitrag über die Möglichkeiten, den Cloudspeicherdienst Dropbox plattformübergreifend in der Gemeinde z.B. für den Gottesdienst einzusetzen fiel dann in die frühen Abendstunden. Und seine Vorstellung von Imagination, einem Programm zur Erzeugung von Diashows mit Überblendungseffekten, zeigte einmal mehr, was mit Freier Software alles möglich ist.

Dumme Idee? - Schnell entworfenes "provokantes" Werbeplakat für LUKi (Quelle: flickr, Foto von "permanently scatterbrained", Lizenz: CC BY 2.0)

Dies war beileibe noch nicht alles, was am Samstag passierte: ich selbst ersetzte mein WeTab-OS durch die neue Tablet-Oberfläche des KDE-Teams namens „Plasma Active One“ – und war ansatzweise begeistert vom Bedienkonzept. Der Eindruck wurde nur geschmälert von einigen Bugs, die in der doch noch jungen Oberfläche stecken.
Peter und Wolfgang hauchten derweil in einer Bastelaktion via PXE-Boot einem alten Toshiba-Subnotebook ohne USB und ohne CD- oder Disketten-Laufwerk mit nur 128 MB RAM Leben in Form eines ubuntu-Linux ein und Sigi übte sich im Klonen ganzer Festplatten.

Ein wirklich intensiver Tag, der erst so gegen 2.00 Uhr morgens sein Ende fand.

Am Sonntag stand noch die Vereinssitzung auf dem Programm, zu der auch Rainer anreiste (Theo war am Vorabend wieder gefahren). Die Ergebnisse dieser Sitzung hielt Peter gleich – transparent-öffentlich und in Echtzeit – auf openetherpad.org fest. Es ging in der Hauptsache um Pläne für 2012; so wurden jetzt schon Ort und Termin für das Jubiläums-LUKi-Treffen 2012 ausgemacht und Verantwortlichkeiten festgeklopft.

Fazit: Ein sehr intensives LUKi-Treffen ging zu Ende, mit jeder Menge Spaß und einer solchen Menge Erweiterung von Wissen, dass es noch etliche Tage dauern wird, bis ich alle Informationen verdaut haben werde!

Die Teilnehmer am diesjährigen Treffen in Bad Hersfeld (auf diesem Bild fehlt: Theo)

Danke, LUKi’s! Und bis nächstes Jahr!

Info:

LUKi-Treffen 2012
Ort: Pirmasens
Location: Gemeindehaus Johanneskirche
Datum: Fr. 19. bis so. 21. Oktober 2012

 

Ulrich Berens

Mein Name ist Ulrich Berens, ich bin einer der Gründer von LUKi. Nicht nur privat, sondern auch dienstlich benutze ich seit 1998 Linux und beweise damit, dass sich Linux in einem kirchlichen Büro problemlos einsetzen lässt. Auf Twitter bin ich privat als @infoleck unterwegs, auf Mastodon ebenfalls (@mastodon.social). Mein privater Blog findet sich unter: www.berens.net und mein Fotoblog unter: www.ulrich-berens.de. Berufliches findet sich unter familienseelsorge.de und neue-gespraeche.de.

More Posts - Website

Follow Me:
TwitterFlickrMastodon

7 Kommentare zu “LUKi-Treffen ’11: Die LUKis im Workshop-Marathon

  1. Ist es Zufall, Diskreminierung oder gesetzmäßig, dass das Treffen dem Foto nach geurteilt ausschließlich eine Männerrunde war? Wo sind die computerbewegten Frauen?

  2. Hallo Uli,

    danke für den schönen Bericht.
    Und das Plakat finde ich inhaltlich super. An der Darstellung lässt sich sicherlich das ein oder andere verbessern 8>)

  3. Hallo Georg,
    ich weiß auch nicht, warum ich Dich quasi „virtuell“ immer zu den Saaländern zähle, obwohl Du ja Pfälzer in „Wort und Gesinnung“ bist.
    😀
    Jedenfalls Danke für den Hinweis – ich habs entsprechend ausgebessert.

    Uli

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.