Wo sind alle meine Freunde? – Von der Crux, den richtigen Messenger zu wählen

Sie wollen kurz mal eben eine Information weitergeben und finden es überflüssig, deswegen anzurufen. Da gibt es doch diese praktischen Messenger, die in vielfacher Form auf jedem Gerät bereits vorinstalliert sind. Konto anlegen und fertig. Aber damit das klappt, muss auch die Gegenseite denselben Messenger nutzen.
Fast alle nutzen WhatsApp oder kennen es zumindest. Praktisch: Jeder Mensch mit Handy kann fix die App installieren (wenn sie nicht bereits installiert ist) und seine Kontakte sind erreichbar, wenn sie selber WhatsApp nutzen. Das Konto ist leicht eingerichtet. Wenn da nicht die Sache mit dem Datenschutz wäre. Alle paar Monate geistern Meldungen durch den Zeitungswald und ich werde angesprochen, was man denn noch so nutzen kann.
Signal gilt als sicher, weil dieser Whistleblower (Sie wissen schon) ihn nutzt.
Telegram und Threema gelten als sicher, aber man hat schon gehört, dass es auch da Probleme gibt.
Was kann man machen, wenn man willig ist, aber keine Ahnung hat? Der eine sagt so, der andere so.

8 Tipps

    • Es muss freie Software sein. Auch wenn Sie diese selber nicht schreiben und kontrollieren können, so gibt es doch eine große Community, die ein Auge darauf hat.
    • Es muss nutzbar sein. Sonst steigen Ihre Freunde nicht um. Veränderungen nerven, darum sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht vor lauter Begeisterung ständig dem hippesten Messenger hinterherhechten.
    • Es sollten möglichst viele Betriebssysteme und Geräte nutzbar sein, damit Sie unabhängig von Ihrem Standort und Ihrer Verfassung kommunizieren können.
    • Es sollte unabhängig von den großen App-Stores sein. Aber das ist freie Software sowieso. Schauen Sie, ob Sie die Software auf der Internetpräsenz des Messengers bekommen können.
    • Verschlüsselte Kommunikation sollte möglich sein. Selbst wenn Sie momentan noch nicht damit umgehen können. Machen Sie sich unter kundiger Anleitung damit vertraut.
    • Wenn Sie per WLan kommunizieren können, achten Sie darauf, dass Sie VPN nutzen, wenn Sie in einem offenen oder auch in einem nicht-heimischen Netzwerk sind. Sie wollen ja nicht, dass jemand mitliest, oder?
    • Wenn Sie schon dabei sind, können Sie sich auch gleich ein Konto anlegen, das mit verschiedenen Programmen/Clients nutzbar ist.
    • Stellen Sie sich ein Land vor, in dem alle Daten an einem Ort gesammelt werden, um sie von dort aus an Adressaten zu senden. So funktionieren die Messenger, die wir landläufig kennen und nutzen. Der eine Ort gilt als sicher, weil Menschen wie ich nicht programmieren können und ihm vertrauen müssen.
    • Aber jetzt stellen Sie sich ein Land vor, in dem immer mehr Menschen Orte einrichten, an denen sie ihre eigenen Daten bewahren und nach bedarf senden und empfangen. Das geht nur, wenn Menschen wie ich (die nicht programmieren können) einfache Erklärungen erhalten für Programme / Client, die sie nutzen können.
      So was gibt es bereits. Und es ist gar nicht so schwer. Es ist vielleicht so schwer, wie sich an eine neue Brille oder ein neues Auto einer bisher fremden Marke zu gewöhnen. Auch bei diesen beiden Beispielen hatten Sie Gründe, Brille oder Auto zu wechseln.

Mein Favorit ist XMPP – aber damit habe ich noch keinen Messenger

Sie können sich einen XMPP-Account zulegen. In dieser Liste finden Sie alle Programme, die sie heute damit nutzen können. Da sind auch ein paar alte Bekannte bei. Jedes Betriebssystem und jedes Ihrer Geräte können Sie so mit einem einzigen Account ausstatten. Bei der Vielzahl an Möglichkeiten müsste es leichter sein, Ihren Freundeskreis für einen Wechsel zu begeistern. Zumal es gute 8 Gründe für einen Wechsel gibt ^^

Thorn

Gemeindereferentin im Bistum Essen, Behindertenseelsorgerin. Mit folgenden Themen lass ich mich ködern: Finnland, Jazz, Krimis, Kunst, Musik, SF. Beruflich verantwortlich für LiMoA Selber zu lesen auf 793

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2 Kommentare auf “Wo sind alle meine Freunde? – Von der Crux, den richtigen Messenger zu wählen

  1. Pingback: Messenger mit XMPP
  2. Schöner Post. Gefällt mir. Auch wenn sich alle scheinbar noch gegen XMPP wehren 🙂

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